Der Markt für GP-led Secondaries hat sich von einer Nischenlösung zu einem festen Bestandteil des institutionellen Portfoliomanagements entwickelt. 2025 erreichte das globale Transaktionsvolumen rund 226 Milliarden Dollar, 41 % mehr als im Vorjahr. Continuation Funds machen inzwischen fast die Hälfte des gesamten Secondary-Markts aus. Mercer hat zwischen 2021 und 2025 insgesamt 148 Secondary-Transaktionen begleitet, darunter 117 Single- und Multi-Asset Continuation Funds.
Ein zentraler Vorwurf an GP-leds lautet, dass GPs Vermögenswerte zu nicht marktgerechten Preisen an verbundene Vehikel veräußern könnten. Die Mercer-Daten zeigen ein differenzierteres Bild: Die meisten Transaktionen fanden mit Abschlag zum erwarteten NAV oder zu Par statt, der durchschnittliche Einstiegsabschlag lag bei 7,9 %. Auch bei den zugrunde liegenden Unternehmensbewertungen finden sich keine Hinweise auf systematische Fehlbewertungen. GP-leds dienen damit nicht nur der Liquiditätsbeschaffung, sondern sind ein etablierter Exit-Kanal neben strategischen Verkäufen, Secondary-Deals und IPOs.
Die Portfoliounternehmen in Continuation Funds zeigten nach dem Transfer ein überdurchschnittliches Gewinnwachstum: Die durchschnittliche EBITDA-CAGR lag bei 16 %, verglichen mit einem Marktdurchschnitt von 9,8 %. Kleinere Deals schnitten dabei tendenziell besser ab als größere. Bei den Gebühren zeigt sich eine zunehmende Standardisierung: Management Fees liegen meist zwischen 0,75 und 1,00 %, im Schnitt bei 0,85 % auf das netto investierte Kapital. 86 % der GPs wenden ein mehrstufiges Carry-Modell an; 20 % als höchste Stufe ist Marktstandard.
Der Markt ist differenzierter als die vereinfachte Gegenüberstellung von Liquidität gut und Interessenkonflikte schlecht. Entscheidend ist, echtes Wertschöpfungspotenzial von kritischem GP-Konflikt zu unterscheiden. Continuation Funds sind kein kurzfristiger Trend: Das Privatmarktvolumen dürfte bis 2027 auf über 18 Billionen Dollar anwachsen, Unternehmen bleiben länger privat und reife Portfolios müssen aktiv gesteuert werden.




