Forschungsergebnisse belegen, dass authentische Kandidaten im Vorstellungsgespräch erfolgreicher abschneiden als geschliffene Selbstdarsteller.
Augenkontakt halten, aber nicht starren. Selbstbewusst wirken, aber nicht überheblich. Locker sprechen, aber Füllwörter vermeiden. Wer diese Regeln befolgt, betritt einen Hindernisparcours aus Widersprüchen. Das Resultat: verkrampfte Menschen, die eine Version ihrer selbst präsentieren, die niemand wirklich kennenlernen kann.
Eine Untersuchung mit mehr als 1.200 Bewerbern liefert aufschlussreiche Daten. Kandidaten, die im Gespräch sie selbst blieben, erhielten signifikant häufiger Zusagen. Die Analyse der Gesprächsprotokolle zeigte messbare Unterschiede: natürlicherer Sprachfluss, weniger konstruiert wirkende Formulierungen, geringere Anspannung. Ein entscheidender Faktor: Diese Korrelation galt vor allem für Bewerber, die ohnehin zur Spitzengruppe zählten.
Wer permanent überlegt, wie etwas ankommt, hat keine Ressourcen mehr für den eigentlichen Austausch. Die innere Frage „War das jetzt richtig?" verdrängt echte Neugier. Personaler mit Erfahrung registrieren diese Diskrepanz. Worte mögen stimmen, doch etwas Wesentliches fehlt.
Phrasen, die auf jede Stelle passen, hinterlassen keinen Eindruck. Wer stattdessen zugibt, etwas nicht zu wissen, wer nachfragt oder kurz nachdenkt, bevor eine Antwort kommt, wirkt präsent. Das unterscheidet Menschen von Bewerbungsmaschinen.
Ehrlichkeit im Gespräch bedeutet nicht Nachlässigkeit. Es geht darum, eigene Stärken und Grenzen zu kennen und offen darüber zu sprechen. Wer sich verstellt, landet möglicherweise in einem Job, der nicht passt. Wer authentisch bleibt, filtert automatisch die falschen Arbeitgeber heraus.




