Das US-Datenunternehmen Databricks lässt seine Bewertung auf 188 Milliarden Dollar steigen und verzichtet demonstrativ auf den Börsengang. CEO Ali Ghodsi zeigt damit, wie Private Markets zur bevorzugten Finanzierungsquelle für kapitalintensive KI-Unternehmen werden.
Databricks hat ein Term Sheet für eine strategische Finanzierungsrunde unterzeichnet, die seine Bewertung auf 188 Milliarden Dollar katapultiert, angeführt vom Bestandsinvestor Coatue Management mit einem Volumen von laut Wall Street Journal rund drei Milliarden Dollar. Der Abschluss ist für diesen Sommer geplant. Damit hat sich die Bewertung des Datenunternehmens innerhalb von nur eineinhalb Jahren verdreifacht, von 62 Milliarden Dollar Ende 2024 über 134 Milliarden im Februar 2026 auf nun 188 Milliarden. CEO und Mitgründer Ali Ghodsi begründete im Juni gegenüber Bloomberg, warum sein Unternehmen trotz IPO-Reife nicht an die Börse geht. 2026 sei ein schreckliches Jahr für einen Börsengang, da mit SpaceX, Anthropic und OpenAI mehrere Mega-IPOs mit kombinierter Billionen-Dollar-Bewertung um Investorenkapital konkurrieren. Private Investoren stellen derweil bereitwillig Milliardensummen bereit, sodass Databricks ohne Quartalsdruck, Aktivisten-Investoren oder Shortseller weiterwachsen kann, ein struktureller Vorteil gegenüber börsennotierten Wettbewerbern wie Snowflake oder Oracle.
Databricks wurde 2013 als Big-Data-Analytics-Anbieter gestartet und hat sich seither konsequent zur Enterprise-AI-Infrastruktur gewandelt. Das frische Kapital fließt gezielt in drei KI-Produkte, das Unity AI Gateway für Multi-Modell-Governance, den KI-Assistenten Genie sowie Lakebase, eine Postgres-Datenbank für KI-Agenten. Mit einer annualisierten Umsatzrate von 5,4 Milliarden Dollar, mehr als 50 Prozent Wachstum und positivem Free Cashflow bedient das Unternehmen mittlerweile über 20.000 Organisationen weltweit, darunter 70 Prozent der Fortune 500. Als Hauptgrund für einen künftigen Börsengang nennt Ghodsi einen Markt-Transaktionsmechanismus für die Mitarbeiter, die auf ihren Anteilen sitzen, nicht den Kapitalbedarf des Unternehmens. Ein IPO frühestens 2027 würde damit eher zur Liquiditätsübung als zur Finanzierungsquelle.




