Steigende Sozialabgaben neutralisieren die versprochenen Entlastungen und führen bei vielen Beschäftigten sogar zu Einbußen.
Die Bundesregierung hat zum Jahreswechsel ein Entlastungspaket geschnürt: höherer Grundfreibetrag (12.348 Euro statt 12.096 Euro), gestiegener Kinderfreibetrag (6828 Euro für beide Eltern) und ein inflationsangepasster Einkommensteuertarif. Der Solidaritätszuschlag greift künftig erst ab 20.351 Euro Einkommensteuer für Singles bzw. 40.700 Euro für Paare. Was auf dem Papier nach Entlastung aussieht, kommt in der Lohntüte kaum an. Eine Untersuchung des IT-Dienstleisters DATEV belegt: Die Steuervorteile werden durch steigende Sozialabgaben fast vollständig kompensiert.
Der Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung steigt 2026 von 2,5 auf 2,9 Prozent, wie unter anderem die Techniker Krankenkasse mitteilt. Für Geringverdiener mit Einkommen bis 2500 Euro bedeutet das ein echtes Minus. In dieser Gehaltsstufe fällt oft noch keine Lohnsteuer an, sodass die steuerlichen Verbesserungen ins Leere laufen. Selbst bei mittleren Einkommen bis 5500 Euro fallen die Zuwächse marginal aus. Das Maximum erreichen Singles mit 5500 Euro Monatsgehalt: lediglich 64 Euro mehr pro Jahr.
Angehobene Beitragsbemessungsgrenzen verschärfen die Situation für höhere Einkommen zusätzlich. Ab 5500 Euro steigen die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, ab 8000 Euro auch zur Renten- und Arbeitslosenversicherung. Das Ergebnis laut DATEV: Verheiratete mit 9000 Euro Monatsgehalt verlieren bis zu 464 Euro netto im Jahr. Bei Singles mit 8000 Euro halten sich Entlastungen und Mehrbelastungen gerade noch die Waage.




