Der deutsche Leitindex hat trotz steigender Ölpreise erneut einen Rekordstand erreicht, getragen vor allem von Siemens Energy und Infineon. In der zweiten Reihe sorgte TKMS für Aufsehen, während Bilfinger deutlich abrutschte.
Zur Wochenmitte hat der Dax trotz eines weiteren Anstiegs der Ölpreise erneut einen Rekordstand erreicht. Nach einem verhaltenen Beginn arbeitete sich der Leitindex Stück für Stück nach oben und notierte Mittwoch mittags zeitweise bei 26.521 Punkten, seit Jahresbeginn hat er damit mehr als 8 Prozent gewonnen. Im weiteren Handelsverlauf richtet sich der Blick der Anleger vor allem auf die US-Verbraucherpreise, da diese über die Zinserwartungen entscheiden dürften. „Aktuell preisen die Märkte die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung der Fed im September mit 50:50, und so haben die heutigen US-Inflationsdaten durchaus das Potenzial für deutliche Bewegungen“, kommentierte Metzler-Analyst Yannik Mosbach. Angetrieben wurde der Index vor allem von Siemens Energy, dessen Aktie von einer erhöhten Prognose des Windkraftherstellers Vestas profitierte, wovon auch der deutsche Konkurrent Nordex deutlich zulegte. Zusätzlichen Schub gab das KI-Thema: Ein stärker als erwartetes Umsatzwachstum beim US-Unternehmen Coreweave beflügelte die Fantasie im Chip-Sektor, wovon unter anderem Infineon sowie Zulieferer wie Aixtron und Suss Microtec mit Kursgewinnen von bis zu 4 Prozent profitierten.
Von den Unternehmenszahlen der Dax-Werte ging dagegen kein einheitlicher Impuls aus. Lediglich Hannover Rück konnte etwas zulegen, weil der Rückversicherer trotz eines Preisverfalls in der Branche am Gewinnziel festhielt. In der zweiten Reihe sorgte der Marineschiffbauer TKMS mit einem Kurssprung von mehr als 13 Prozent für Aufsehen, nachdem er seine Umsatzprognose deutlich angehoben hatte. Analysten halten es sogar für möglich, dass das Unternehmen demnächst auch seine mittelfristigen Ziele anhebt. Der Auftragsbestand sichert die Beschäftigung derzeit für rund acht Jahre. Deutlich schwächer entwickelte sich dagegen Bilfinger. Der Kurs des Industriedienstleisters rutschte um 5,5 Prozent ab, nachdem Kunden im zweiten Quartal wegen des Iran-Konflikts zurückhaltender geworden waren und der Auftragseingang schrumpfte. Bei der operativen Marge peilt das Unternehmen nun nur noch das untere Ende der zuvor ausgegebenen Spanne an. Durchwachsen fiel das Feedback auf die MDax-Werte Tui und K+S aus: Während der Reisekonzern die Erwartungen verfehlte und rund ein halbes Prozent verlor, legte der Düngemittelhersteller um 1,7 Prozent zu, dessen operatives Ergebnis laut J.P.-Morgan-Analystin Angelina Glazova „ordentlich über den Erwartungen“ gelegen habe.




