Eine Befragung von 9.000 Führungskräften offenbart Defizite beim Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Die Mehrheit setzt auf Technik, vergisst aber die Menschen.
KI ist angekommen, doch die Integration stockt. Deloitte hat Manager aus 76 Ländern befragt und ein Missverhältnis aufgedeckt: Rund zwei Drittel der Unternehmen arbeiten bereits mit künstlicher Intelligenz. Aber nur eines von sieben macht sich Gedanken darüber, wie Mitarbeiter und Software zusammenwirken sollen. Der Rest verlässt sich auf die Technik und hofft auf das Beste. Gudrun Heidenreich-Pérez von Deloitte Österreich sieht darin ein Risiko: „Geschwindigkeit wird bei der AI-Integration in Arbeitsprozesse zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor."
Die Studie räumt mit einem Missverständnis auf: Nicht die Software schafft den Vorsprung, sondern die Köpfe dahinter. Isabella Schleifer, ebenfalls bei Deloitte Österreich, formuliert es so: „Der echte Mehrwert von AI entsteht nicht durch die Technologie allein. Entscheidend ist, wie Mitarbeitende sie nutzen – mit Urteilsvermögen und Kreativität." Unternehmen müssten Rollen und Abläufe neu denken. Prozesse wie Human-in-the-Loop, bei denen Menschen maschinelle Ergebnisse prüfen, seien unverzichtbar.
Mit wachsendem KI-Einsatz wächst auch die Verantwortung. Algorithmen produzieren heute Bewerbungsunterlagen, Entscheidungsvorlagen und Analysen. Doch kaum ein Unternehmen weiß, woher seine Daten stammen und wie verlässlich sie sind. Nur fünf Prozent haben entsprechende Kontrollen eingerichtet. Heidenreich-Pérez fordert klare Regeln: Wann darf die Maschine entscheiden, wann muss der Mensch eingreifen? Ohne diese Leitplanken bleibe das Potenzial auf der Strecke.




