Finanzierungsengpässe und Personalmangel drücken die Stimmung. Beim Wissenstransfer gibt es dennoch Fortschritte.
Die Lage an deutschen Hochschulen hat sich deutlich verschlechtert. Das Hochschul-Barometer des Stifterverbands weist mit 18,2 Punkten den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung aus. Auch die Einschätzung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit sinkt weiter, von 43,6 Punkten im Jahr 2020 auf aktuell 24,8. Knappe Haushalte, fehlende Fachkräfte und Sanierungsstau belasten die Institutionen. An der Befragung beteiligten sich 161 von 385 Hochschulen bundesweit.
Der Wissenstransfer in Wirtschaft und Gesellschaft gewinnt an Stellenwert. Die Hochschulleitungen bewerten seine Relevanz mit 17,4 Punkten, 2013 waren es noch 11,8. Rund 63 Prozent haben inzwischen eine Transferstrategie formuliert. Roland Grenz, Transferbeauftragter an der Universität Augsburg, mahnt jedoch zur Einordnung: Gegenüber Forschung und Lehre bleibe der Bereich ressourcenschwach. Besonders kleinere Hochschulen täten sich schwer, Strukturen aufzubauen.
Thomas Jarzombek, Staatssekretär im Bundesdigitalministerium, fordert Leistungskennzahlen für Entrepreneurship: etwa die Frage, wie viel Wagniskapital in Ausgründungen fließt. Alexander Nicolai, Entrepreneurship-Professor in Oldenburg, warnt vor Fehlschlüssen: Viele Finanzierungsprobleme seien in Wahrheit Entwicklungen am Markt vorbei. Staatliche Förderung verleite dazu, Kundenkontakt zu vernachlässigen.
Förderprogramme wie Exist und Go-Bio haben Erfolge hervorgebracht: Celonis erreichte eine Bewertung von über zehn Milliarden Dollar, Biontech wurde über Go-Bio unterstützt. Ob sich solche Ergebnisse jenseits der Spitzenuniversitäten replizieren lassen, bleibt offen. Praktiker betonen: Transfer gelingt im Zusammenspiel mit Unternehmen – nicht als Einbahnstraße.




