DEUTZ übernimmt den Rüstungshersteller FFG Flensburger Fahrzeugbau vollständig und baut damit eine neue Säule im Verteidigungsgeschäft auf. Die bisherigen Eigentümerfamilien werden im Gegenzug zum Ankeraktionär von DEUTZ.
DEUTZ hat eine Vereinbarung über den Erwerb von 100 Prozent der Anteile an der FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft geschlossen, der Kaufpreis beträgt 1,6 Milliarden Euro und soll teils in bar, teils in neu auszugebenden DEUTZ Aktien bezahlt werden. FFG zählt zu den führenden europäischen Anbietern für militärische Land- und Spezialfahrzeuge, ist etablierter Partner von Bundeswehr, NATO und der Ukraine, beschäftigt mehr als 1.100 Mitarbeitende und produziert, wartet und modernisiert unter anderem Berge- und Schützenpanzer sowie Mannschaftstransporter. Der Zusammenschluss folgt einer klaren industriellen Logik, FFG bringt Verteidigungskompetenzen ein, DEUTZ ergänzt sein Antriebsportfolio von Verbrennungsmotoren über Hybridantriebe bis zu Lösungen für die dezentrale Stromversorgung im Feld sowie sein weltweites Servicenetzwerk. FFG bleibt als neuer Kern der Business Unit Defense operativ eigenständig. DEUTZ CEO Dr. Sebastian Schulte erklärt: „Zusammen mit FFG wird DEUTZ zu einem führenden nationalen Systemanbieter für militärische Fahrzeuge, Antriebe und Energielösungen.“
Die bisherigen Eigentümerfamilien von FFG werden mit einem Anteil von bis zu 29,9 Prozent neuer langfristig orientierter Ankeraktionär von DEUTZ und streben zwei Sitze im Aufsichtsrat an. Die Transaktion soll das profitable Wachstum beschleunigen, damit DEUTZ seine strategischen Ziele für 2030 von 4 Milliarden Euro Umsatz und 10 Prozent EBIT-Marge früher erreicht, FFG selbst erzielte 2025 einen Umsatz von rund 760 Millionen Euro bei einem Auftragsbestand, der ein Vielfaches des aktuellen Umsatzes beträgt. DEUTZ erwartet aus dem Zusammenschluss signifikante Umsatzsynergien, insbesondere in den Bereichen Engines und Service, sowie weitere Kostensynergien. Die Zustimmung der DEUTZ Aktionäre zur geplanten Kapitalerhöhung soll bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 24. August 2026 erfolgen, der Vollzug wird für Ende 2026 bis zum ersten Quartal 2027 erwartet. Norbert Erichsen, Sprecher des Gesellschafterkreises der FFG, sagt: „Mit dem strategischen Zusammenschluss mit DEUTZ stellen wir die Weichen für die nächsten Generationen.“




