Die Space Force trainiert jetzt gegen KI

blog main image
January 21, 2026
21.01.2026
2 Minuten Lesezeit

Slingshot Aerospace liefert einen lernfähigen Algorithmus, der im Weltraumtraining echte Gegner ersetzen soll.

Der Gegner, der niemals schläft

Wie bereitet man Soldaten auf einen Konflikt vor, den es so noch nie gab? Die US Space Force hat darauf eine Antwort gefunden: Sie lässt ihre Guardians gegen eine Künstliche Intelligenz antreten, die feindliche Satelliten nicht nur simuliert, sondern deren Verhalten in Echtzeit adaptiert. Der Auftrag über 27 Millionen Dollar ging an Slingshot Aerospace aus Los Angeles.

Schluss mit vorhersehbaren Szenarien

Das Herzstück des Projekts trägt den Namen TALOS. Anders als bisherige Trainingssysteme folgt dieser KI-Agent keinem festen Drehbuch. Er analysiert reale orbitale Manöver, lernt daraus und entwickelt während einer Übung eigenständig neue Taktiken. Für die Operateure bedeutet das: Jede Trainingseinheit verläuft anders, jeder simulierte Gegner reagiert unberechenbar.

Eine Investition mit Vorgeschichte

Die Zusammenarbeit zwischen Slingshot Aerospace und der Space Force reicht bis 2022 zurück. Damals flossen bereits 25 Millionen Dollar in die Entwicklung der zugrundeliegenden Simulationstechnologie. Der neue Vertrag läuft über 18 Monate und bindet TALOS in das Operational Test and Training Infrastructure Programm ein.

Modularer Aufbau für künftige Erweiterungen

Slingshot hat die Architektur bewusst offen gestaltet. Über standardisierte Schnittstellen lassen sich neue Sensoren, Datenquellen oder ergänzende KI-Systeme anderer Anbieter integrieren. Geschäftsführer Tim Solms spricht vom Beginn einer neuen Trainingsphilosophie, in der menschliche Intuition und maschinelle Rechenleistung verschmelzen.

Wer ist Slingshot Aerospace?

Das 2017 gegründete Unternehmen hat sich auf Weltraumüberwachung und Verkehrskoordinierung im Orbit spezialisiert. Die eigene Plattform bündelt Daten aus einem globalen Sensornetzwerk, historischen Startdatenbanken und Informationen kommerzieller Satellitenbetreiber zu einem einheitlichen Lagebild.