PwC, EY und KPMG haben ihre Mitgliedschaft bei der ABBL beendet. Der Streitpunkt: die Berechnung der Mitgliedsbeiträge.
Im Luxemburger Finanzplatz rumort es. Gleich drei der vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften haben dem einflussreichen Bankenverband ABBL den Rücken gekehrt. Seit Monatsbeginn führt die Mitgliederliste weder PwC noch EY noch KPMG. Lediglich Deloitte bleibt dem Verband als Vollmitglied erhalten.
Was ist passiert? Der Konflikt dreht sich ums Geld, genauer um die Frage, nach welcher Formel die Mitgliedsbeiträge berechnet werden. Die drei Abtrünnigen wollten nur für jene Köpfe zur Kasse gebeten werden, die tatsächlich Bankmandate betreuen. Der Verband hingegen legt die gesamte Belegschaft zugrunde. Eine Einigung kam nicht zustande.
Die ABBL wehrt sich gegen den Vorwurf der Ungerechtigkeit. Man berücksichtige sehr wohl, in welcher Branche ein Mitglied hauptsächlich tätig sei. Beratungshäuser und Prüfungsgesellschaften zahlten bei identischer Personalstärke erheblich weniger als klassische Banken. Außerdem verweist der Verband auf den Mehrwert einer Mitgliedschaft: exklusiver Zugang zu Marktdaten, frühzeitige Einblicke in Regulierungsvorhaben aus Brüssel und Luxemburg sowie Mitsprache bei Branchenpositionen. Die Organisation repräsentiert nach eigenen Angaben rund 260 Institutionen und vernetzt etwa 2500 Fachleute aus der Finanzindustrie.
Finanzminister Gilles Roth reagierte betont gelassen auf die Neuigkeiten. Die bewährten Kommunikationskanäle zwischen Staat und Finanzsektor funktionierten weiterhin reibungslos. Über die Motive der ausgetretenen Gesellschaften zu spekulieren, sei nicht seine Aufgabe. Mit dieser Antwort schiebt der CSV-Politiker den Ball zurück auf das Spielfeld der Verbände und Unternehmen. Ob weitere Mitglieder dem Beispiel folgen oder die ABBL ihr Beitragsmodell anpasst, bleibt offen.




