Die Versicherungsmaklergenossenschaft Vema beteiligt sich an der BCA und positioniert das Duo als einzigen Allfinanz-Maklerdienstleister relevanter Größe in Deutschland ohne Private-Equity-Investor im Hintergrund.
Die Versicherungsmaklergenossenschaft Vema hat 9,9 Prozent der Aktien des Allfinanzpools BCA übernommen. Verkäufer sind die Knörrer GmbH, Beteiligungsgesellschaft von BCA-Gründer Dieter Knörrer, sowie die BBG Betriebsberatungs GmbH. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. BCA-Vorstand Frank Ulbricht positioniert die Transaktion als verbindliche Antwort auf die Fragen, die der Einstieg von PE-Gesellschaften in die Maklerdienstleistungsbranche aufwirft. Johannes Neder, stellvertretender Vorstandschef der Vema, betont, dass die Funktion der Genossenschaft als Garant für die Maklerunabhängigkeit heute wichtiger sei denn je. Gemeinsam bilden Vema und BCA nach Angaben der Unternehmen den einzigen Allfinanz-Maklerdienstleister relevanter Größe in Deutschland, der nicht von PE-Investoren beherrscht wird.
Die Transaktion ist eine direkte Reaktion auf einen tiefgreifenden Strukturwandel: HG Capital sicherte sich zum Jahreswechsel 2021/22 die Mehrheit an der Münchner Fonds Finanz, Warburg Pincus übernahm 2022 den Lübecker Maklerdienstleister Blau Direkt und zuletzt Maxpool sowie Netfonds, das mit Blau Direkt zusammengeschlossen werden soll. Neder warnt, dass Makler, die sich auf PE-gestützte Dienstleister verließen, einem relevanten Risiko ausgesetzt seien: Solange Investoren Marktanteile aufbauten, böten sie attraktive Konditionen; sobald sie ihr Investment monetarisieren müssen, werde sich das Pricing ändern. Als Beleg verwies er auf einen internen Vorstoß bei Blau Direkt, Maklern die Courtage zu kürzen, der nach internem Widerstand schnell zurückgenommen wurde.




