EQT hat die Investmentbank Arma mit der Suche nach Kaufinteressenten für Suse beauftragt. Seit dem Rückzug von der Börse 2023 hat der Softwarekonzern an Substanz gewonnen – die Frage ist, zu welchem Preis.
EQT prüft Insidern zufolge einen Ausstieg beim Fürther Linux-Softwareanbieter Suse. Die schwedische Beteiligungsgesellschaft hat nach Angaben zweier mit der Angelegenheit vertrauter Personen die Investmentbank Arma damit beauftragt, potenzielle Käufer zu sondieren. Die Planungen befinden sich noch im frühen Stadium, eine endgültige Entscheidung über eine Transaktion ist nicht gefallen. EQT lehnte eine Stellungnahme ab. Suse und Arma waren zunächst nicht erreichbar. Der mögliche Verkaufspreis wird auf bis zu sechs Milliarden Dollar geschätzt. Zum Vergleich: Als EQT Suse 2023 nach einem starken Kursrückgang von der Frankfurter Börse nahm und seine Mehrheitsbeteiligung deutlich aufstockte, lag die Bewertung bei knapp drei Milliarden Dollar. EQT hatte Suse ursprünglich 2018 aus dem US-Konzern Micro Focus herausgelöst und 2021 an die Börse gebracht.
Operativ steht Suse auf stabilerem Fundament: Das Unternehmen erzielt laut Insidern einen Jahresumsatz von rund 800 Millionen Dollar und einen operativen Gewinn von mehr als 250 Millionen Dollar. Der strategische Kontext bleibt jedoch vielschichtig. Einerseits wächst die Sorge, dass KI klassische Unternehmenssoftware für Standardprozesse überflüssig machen könnte – eine Debatte, die zuletzt auch SAP-Aktien belastet hat. Andererseits sehen manche Marktbeobachter Suse gerade deshalb als möglichen Nutznießer des KI-Booms, weil zuverlässige Open-Source-Infrastruktur als Betriebssystemschicht für KI-Workloads an Bedeutung gewinnt.




