EY-Studie: KI-Welle rollt durch Österreichs Mittelstand

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March 20, 2026
20.03.2026
2 Minuten Lesezeit

Die Nutzung künstlicher Intelligenz hat sich binnen Jahresfrist fast verdoppelt. Große Betriebe preschen voran, kleine zögern noch.

Vom Experiment zum Standard

Was vor kurzem noch Zukunftsmusik war, gehört heute zum Geschäftsalltag. 43 Prozent der österreichischen Mittelständler arbeiten bereits mit KI-Anwendungen. Vor einem Jahr lag die Quote bei 26 Prozent. EY hat für die Erhebung rund 500 Betriebe mit 30 bis 2.000 Beschäftigten befragt. Bei Unternehmen jenseits der 30-Millionen-Euro-Umsatzmarke nutzen sogar sieben von zehn die Technologie. Der Stellenwert digitaler Technologien erreicht einen historischen Höchststand. 82 Prozent der Befragten stufen sie als wichtig oder sehr wichtig ein, im Vorjahr waren es 64 Prozent. Der Anteil derer, die digitalen Werkzeugen eine herausragende Rolle zuschreiben, hat sich mehr als verdoppelt. Susanne Zach, bei EY Österreich für Data & AI zuständig, sieht einen Paradigmenwechsel: Digitalisierung sei vom Lippenbekenntnis zum Steuerungsinstrument geworden.

Größe macht den Unterschied

Je mehr Umsatz, desto mehr Technik. Bei Betrieben mit über 30 Millionen Euro Jahresumsatz sehen 44 Prozent digitale Technologien als absolut zentral. In der Gruppe zwischen 10 und 30 Millionen sind es 38 Prozent. Unter zehn Millionen sinkt der Wert auf ein Drittel. Kleine Betriebe haben Nachholbedarf. Finanzdienstleister führen erwartungsgemäß, mehr als die Hälfte misst Digitalisierung höchste Bedeutung bei. Tourismus und Transport folgen. Der Bereich Soziales, Wissenschaft und Bildung überrascht: Bei der Entwicklung einer Digitalstrategie hinken diese Betriebe hinterher, beim KI-Einsatz liegen sie mit 56 Prozent aber an der Spitze.

Keine Angst vor dem Jobkiller

Die Sorge vor Massenentlassungen bleibt aus. Nur jeder vierte Betrieb erwartet mittelfristig Stellenabbau durch KI. Drei Viertel sehen die Technologie als Entlastung für bestehende Teams, nicht als Ersatz: angesichts des Fachkräftemangels eine nachvollziehbare Haltung. Mit der Technik wächst der Schulungsbedarf. Cybersicherheit rangiert an erster Stelle, gefolgt von Automatisierung und dem Umgang mit digitalen Werkzeugen. Fast vier von zehn Betrieben haben bereits umfassend weitergebildet. Parallel planen viele, gezielt Talente mit Digitalexpertise einzustellen.