Deloitte-Studie: Cyberangriffe treffen Österreich härter

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March 20, 2026
20.03.2026
2 Minuten Lesezeit

Die Zahl der Ransomware-Attacken hat sich verdoppelt. Trotzdem halten die meisten Unternehmen ihre Budgets konstant.

Attacken im Akkord

Die Schlagzahl steigt rasant. Jedes vierte österreichische Unternehmen erlebt mittlerweile fast täglich Ransomware-Angriffe, doppelt so viele wie noch vor einem Jahr. Deloitte hat gemeinsam mit dem Forschungsinstitut Foresight rund 350 Mittel- und Großbetriebe befragt. Christoph Hofinger, Chef von Foresight, fasst zusammen: „Das beunruhigende Ergebnis macht deutlich, dass sich die Bedrohungslage in jüngster Zeit spürbar verschärft hat." Zwei von drei Befragten rechnen damit, dass ein erfolgreicher Angriff ihren Betrieb komplett zum Erliegen bringen könnte. Karin Mair, Managing Partnerin bei Deloitte Österreich, zeichnet ein düsteres Bild: „Das gefährdet nicht nur die finanzielle Stabilität des Unternehmens, sondern auch Arbeitsplätze. Und die Sicherheit von Kundinnen und Kunden steht dabei ebenfalls auf dem Spiel."

Hacker lernen dazu

Die Abwehr funktioniert, die Rettung immer seltener. Acht von zehn Unternehmen können Angriffe eindämmen. Doch wenn die Kriminellen durchkommen, wird es eng. Nur noch 40 Prozent schaffen es, Daten aus Backups wiederherzustellen. Bei der Entschlüsselung gelingt das gerade einmal jedem Vierten. Obwohl die Gefahr wächst, bleiben die Mittel gleich. Sechs von zehn Betrieben wollen ihre Sicherheitsausgaben auf dem Stand des Vorjahres belassen. Beim Personal sieht es ähnlich aus. Mair fordert ein Umdenken: „Wer auch morgen gut aufgestellt bleiben will, muss Budgets entsprechend anpassen. Investitionen in Cyber Security sind ein Muss."

Trügerisches Sicherheitsgefühl

Woher kommt die Zurückhaltung? Die meisten Unternehmen fühlen sich gut geschützt. 86 Prozent halten ihre Systeme für sicher, 13 Prozent sogar für unangreifbar. Georg Schwondra, Cyber-Chef bei Deloitte Österreich, warnt vor Selbsttäuschung: „Unternehmen müssen aufpassen, sich nicht in falscher Sicherheit zu wiegen, denn das führt oft zu falschen Prioritäten und aufgeschobenen Investitionen." Im Oktober 2026 tritt NIS II in Kraft. Doch nicht einmal jeder vierte betroffene Betrieb hat die Hausaufgaben erledigt. Schwondra mahnt: „Die Umsetzung solcher Richtlinien dauert nicht Monate, sondern Jahre. Mit Blick auf die nahenden Verpflichtungen bleibt Unternehmen also kaum noch Zeit zu handeln."