Ermittler durchsuchen Deutsche Bank wegen Postbank-Steuerdeals

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July 23, 2026
24.07.2026
2 Minuten Lesezeit

Ermittler haben die Zentrale der Deutschen Bank durchsucht, im Zentrum steht der Verdacht möglicherweise rechtswidriger Cum-Cum-Geschäfte der einstigen Postbank. Der Schaden für den Fiskus soll sich auf mehr als 350 Millionen Euro belaufen.

Verdacht auf Cum-Cum-Geschäfte bei der Postbank

Mehrere Dutzend Staatsanwälte und Finanzermittler aus Düsseldorf haben die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt durchsucht. Hintergrund sind Ermittlungen zu möglicherweise rechtswidrigen Cum-Cum-Geschäften der Postbank aus den Jahren 2008 bis 2010. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass die Postbank in diesem Zeitraum mehr als 350 Millionen Euro Steuern zu wenig gezahlt haben könnte, zehn ehemalige Verantwortliche des Instituts führt sie als Beschuldigte. Die Deutsche Bank selbst steht nicht im Mittelpunkt der Affäre, sie hatte die Postbank schrittweise ab 2009 übernommen, der vollständige Kauf und die anschließende rechtliche Verschmelzung erfolgten 2018. Da die Deutsche Bank als rechtmäßige Nachfolgeorganisation gilt, wurde bei ihr durchsucht. Sie bestätigte die Maßnahme der Staatsanwaltschaft Düsseldorf und erklärte, als Drittpartei durchsucht worden zu sein und vollumfänglich mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Cum-Cum bezeichnet Aktiendeals rund um den Dividendenstichtag, bei denen der Fiskus eine Steuer nicht einnehmen konnte oder zu viel erstattete, weil Steuerinländer bis 2013 niedriger besteuert wurden als Steuerausländer.

Auch die Deutsche Bank selbst im Fokus der Ermittler

Obwohl der Bundesfinanzhof bereits 2015 entschieden hatte, dass Cum-Cum-Geschäfte in bestimmter Form nicht rechtens waren, haben die Finanzbehörden bislang nur einen kleinen Teil der Gelder zurückgeholt, die Aufarbeitung kommt nur langsam in Gang. Der bundesweit geschätzte Gesamtschaden durch Cum-Cum-Geschäfte beläuft sich nach Regierungsangaben auf 7,3 Milliarden Euro, der Mannheimer Steuerrechtler Christoph Spengel schätzt ihn sogar auf rund 28 Milliarden Euro. Recherchen von Süddeutscher Zeitung und WDR hatten bereits im März 2026 gezeigt, dass auch die Deutsche Bank selbst im großen Stil an Cum-Cum-Geschäften beteiligt gewesen sein könnte: Die Staatsanwaltschaft Köln geht demnach schon seit mehreren Jahren dem Verdacht nach, dass das Institut mit Deals von 2009 bis 2015 mehr als 600 Millionen Euro kassiert haben könnte, die eigentlich in die Staatskasse gehören. Ein Sprecher der Bank wollte sich dazu im März nicht äußern, betonte aber die umfassende Kooperation mit den Behörden.

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