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January 30, 2026
30.01.2026
2 Minuten Lesezeit

Eine EY-Erhebung identifiziert gesellschaftliche Umbrüche als neue Leitmotive für Immobilieninvestoren, während die Geldpolitik an Einfluss verliert.

Paradigmenwechsel am Markt

Lange Zeit genügte ein Blick auf die Zentralbankpolitik, um die Richtung am Immobilienmarkt einzuschätzen. Diese Ära geht zu Ende. Rund 380 Branchenkenner, die EY Real Estate im November 2025 befragte, sehen den demografischen Wandel inzwischen als bestimmenden Faktor für ihre Anlageentscheidungen. Überalterung, wachsende Zahl von Single-Haushalten und der Magnetismus der Großstädte formen die Nachfrage nachhaltiger als jede Zinsbewegung.

Stillstand trotz neuer Orientierung

Der veränderte Blickwinkel hat den Markt bislang nicht belebt. Das Transaktionsvolumen rutschte 2025 auf 32,8 Milliarden Euro ab. Die Aussichten bleiben gemischt. Jeder zweite Befragte erwartet anziehende Volumina, doch ebenso viele halten die bisherigen Preiskorrekturen für unzureichend. Florian Schwalm, Managing Partner bei EY Real Estate, diagnostiziert einen ausbleibenden Aufschwung, erkennt aber Spielräume für Mutige.

Metropole gegen Provinz

Die Bevölkerungsentwicklung zieht eine scharfe Grenze durch Deutschland. Ballungszentren verzeichnen ungebrochenen Zuzug, während ländliche Gemeinden mit Abwanderung und Leerstand kämpfen. Gleichzeitig fehlen schätzungsweise zwei Millionen barrierefreie Wohnungen für eine alternde Gesellschaft.

Wohnen als sicherer Hafen

84 Prozent der Befragten priorisieren Wohnimmobilien für 2026. Drei von vier erwarten in Spitzenlagen steigende Preise. Büroflächen und Einkaufszentren bleiben problembehaftet. Wer den Markt verstehen will, muss künftig Geburtenraten studieren statt Protokolle der Notenbanksitzungen.