Die deutschen Autokonzerne bauen ihre Führung im heimischen Elektromarkt aus und lassen die internationale Konkurrenz hinter sich.
Volkswagen fährt der Konkurrenz davon. Der Konzern steigerte seinen Elektroabsatz um 75 Prozent und kontrolliert jetzt 43 Prozent des Marktes. Die drei bestverkauften Stromer des Jahres tragen alle das VW-Logo: ID.7, ID.3 und ID.4. Erst auf Position sechs taucht mit dem BMW iX1 ein Fahrzeug auf, das nicht aus Wolfsburg stammt. Insgesamt verkauften die deutschen Hersteller 343.000 Elektroautos im Inland. Ihr Marktanteil kletterte von 61 auf 63 Prozent. Die kompletten Top 10 der beliebtesten Modelle kommen aus deutschen Fabriken.
Tesla erlebt ein Desaster. Das Model Y, im Vorjahr noch Spitzenreiter, landet nur noch auf Platz 12. Der Konzernabsatz brach um 48 Prozent ein. Im Herstellerranking rutscht Tesla vom vierten auf den achten Platz.
Die erhoffte Markteroberung bleibt aus. Chinesische Marken wuchsen zwar um 23 Prozent, ihr Marktanteil schrumpfte trotzdem von zehn auf acht Prozent. Das erfolgreichste chinesische Modell erreichte Platz 34. Keine einzige Marke aus China schaffte es unter die ersten zehn. EY-Parthenon-Partner Jan Sieper attestiert den chinesischen Herstellern lediglich Achtungserfolge auf dem deutschen Markt.
Der Gesamtmarkt legte um 43 Prozent zu. Das klingt nach Boom, relativiert sich aber schnell. Nach dem Einbruch von 27 Prozent im Vorjahr ergibt sich über zwei Jahre eine jährliche Wachstumsrate von mageren 1,9 Prozent. Constantin M. Gall von EY erwartet für 2026 weiteres Wachstum, dämpft aber die Erwartungen an die neue Förderprämie. Diese gelte nur für Privatkäufer mit begrenztem Einkommen. Die typischen Elektroautokäufer seien jedoch eher Gutverdiener. Im Kleinwagensegment könnten ausländische Anbieter stärker profitieren, da deutsche Konzerne dort wenig Auswahl bieten. Im Premiumbereich dagegen dürften neue Modelle aus Deutschland das Wachstum 2026 antreiben.




