EY: Österreichs Immo-Markt kühlt ab

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January 30, 2026
30.01.2026
2 Minuten Lesezeit

Das EY Trendbarometer zeigt einen drastischen Stimmungseinbruch bei Investoren: Nur noch fünf Prozent bewerten den Standort als sehr attraktiv, die Insolvenzwelle rollt weiter.

Absturz in der Gunst der Anleger

Vor zwölf Monaten galt Österreich noch als solide Adresse für Immobilieninvestments. Diese Zeiten sind vorbei. Gerade einmal fünf Prozent der befragten Marktteilnehmer stufen den Standort aktuell als sehr attraktiv ein. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 17 Prozent. Parallel dazu wächst die Skepsis: Bereits 41 Prozent der über 110 Experten, die für das EY Trendbarometer 2026 befragt wurden, bewerten Österreich als weniger attraktiv.

Konsolidierung statt Aufbruch

Von einer Trendwende will niemand sprechen. Sechs von zehn Befragten erwarten für das laufende Jahr ein stagnierendes Investmentvolumen. Der Optimismus früherer Erhebungen ist verflogen: Nur noch zwölf Prozent rechnen mit steigenden Transaktionszahlen, verglichen mit 37 Prozent im Vorjahr. Knapp ein Drittel geht sogar von rückläufigen Investitionen aus. Bei den Renditen prognostiziert die Mehrheit eine Seitwärtsbewegung quer durch alle Assetklassen.

Gewinner und Verlierer

Wohnimmobilien behaupten ihren Spitzenplatz in der Gunst der Investoren. Dahinter folgen Objekte aus den Bereichen Gesundheit und Rechenzentren. Während sich die Preise in vielen Segmenten stabilisieren, öffnet sich zwischen erstklassigen Standorten und Randlagen eine gefährliche Schere. Büros und Einzelhandelsflächen abseits der Zentren stehen unter Druck. Bei Shoppingzentren in Sekundärlagen erwarten 64 Prozent der Experten Wertverluste.

Pleitewelle hält an

Die strukturellen Probleme der Branche sind nicht gelöst. 93 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Insolvenzwelle in der Bau- und Immobilienwirtschaft auch 2026 weiterrollt. Besonders gefährdet sind Projekte, deren Finanzierung noch vor der Zinswende 2022 aufgesetzt wurde. Nahezu alle Teilnehmer der Umfrage rechnen mit anhaltend schwierigen Kreditbedingungen. Als Auswege aus der Schieflage gelten freihändige Verkäufe oder Insolvenzverfahren mit anschließender Verwertung der Vermögenswerte.