Die Zahl neuer Projekte sackte 2025 auf den tiefsten Stand seit der Finanzkrise. Andere europäische Länder ziehen davon. Deutschlandchef Ahlers rechnet mit der Reformpolitik ab.
Deutschland verliert für ausländische Geldgeber an Anziehungskraft. Nur noch 548 Investitionsvorhaben kündigten internationale Unternehmen im vergangenen Jahr an. Das sind zehn Prozent weniger als 2024 und so wenige wie seit 2009 nicht mehr. Die Beratungsgesellschaft EY wertet solche Ankündigungen seit fast zwei Jahrzehnten aus und zählt dabei Projekte, die neue Standorte oder Arbeitsplätze schaffen sollen.
Im europäischen Vergleich rutscht Deutschland weiter ab. Frankreich führt die Rangliste mit 852 Vorhaben an, Großbritannien folgt mit 730. Die Bundesrepublik landet auf dem dritten Platz. Zwar schrumpfte die Zahl der Projekte auch bei den beiden Spitzenreitern, prozentual sogar stärker als hierzulande. Doch der Abstand zu Deutschland wächst trotzdem.
Henrik Ahlers, der EY hierzulande führt, nimmt kein Blatt vor den Mund. Das Ergebnis sei ein Alarmsignal. Während andere Länder Behörden digitalisierten und Abgabensysteme entschlackten, komme in Berlin kaum etwas voran. Hohe Steuerlast, teure Energie, aufgeblähte Bürokratie und steigende Arbeitskosten schreckten Investoren ab. Der Ruf als zuverlässiger Wirtschaftsstandort habe schwer gelitten. Die Unfähigkeit zu Reformen habe sich international herumgesprochen.
Ahlers fordert rasches Handeln. Seit Jahren werde über Veränderungen geredet, passiert sei wenig. Die Bundesregierung plant für Herbst eine Investorenkonferenz nach französischem Vorbild, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.




