EY: So wächst die Versicherungswelt

blog main image
February 22, 2026
23.02.2026
2 Minuten Lesezeit

EYs Global Insurance Outlook 2026 zeigt: Wer in der Versicherungsbranche bestehen will, muss grundlegende Annahmen über Wachstum, Technologie und Talent neu bewerten.

Kein Weiter-wie-bisher

Märkte, die jahrelang verlässliche Wachstumsquellen waren, trocknen aus. EY hat im Global Insurance Outlook 2026 fünf Handlungsfelder identifiziert, die darüber entscheiden, welche Häuser diese Phase gestärkt verlassen werden. Organisches Wachstum allein reicht nicht mehr. Versicherer setzen zunehmend auf Zukäufe, um Technologiezugang zu sichern und Wertschöpfungsketten vertikal zu integrieren. Gleichzeitig werden Portfolios bereinigt und Kapital in wachstumsstarke Segmente wie Spezialversicherungen umgeschichtet. Japanische Versicherer treiben die geografische Expansion in unterversorgte Märkte besonders aktiv voran.

KI jenseits des Pilotprojekts

Laut EY-Parthenon CEO Outlook Survey gilt KI-Integration als eine der größten Herausforderungen für finanzielle Zielerreichung. EY stellt fest: Viele Versicherer haben KI erprobt, ohne den Sprung zur unternehmensweiten Skalierung zu wagen. Dynamisches Underwriting und automatisiertes Compliance-Monitoring sind keine Zukunftsszenarien mehr. Datenqualität bleibt der entscheidende Engpass. EY warnt vor undifferenzierten Sparmaßnahmen. Kostenoptimierung entfaltet strategischen Wert nur, wenn freigesetzte Mittel in Transformation reinvestiert werden. Managed Services und Global Capability Centers gewinnen dabei als Sourcing-Modelle an Bedeutung.

Private Capital als neue Realität

In den USA stieg die Zahl der von Private Equity kontrollierten Versicherer zwischen 2018 und 2024 von 90 auf 137. EY empfiehlt, diese Entwicklung nicht defensiv zu betrachten, sondern die Expertise privater Kapitalanbieter in Bilanzsteuerung und Produktstrukturierung aktiv als Wettbewerbsvorteil zu nutzen. Eine Generation erfahrener Underwriter steht vor dem Ruhestand, während Fachkräfte in Data Science und KI-Engineering kaum zu finden sind. EY sieht flexible Kooperationsmodelle und beschleunigte Talentprogramme als Schlüssel. Entscheidend bleibt dabei eine Führungskultur, die Wandel offen kommuniziert.