EY-Studie: Schweizer Chefs lassen die Bremse los

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January 22, 2026
22.01.2026
2 Minuten Lesezeit

Nach einem Jahr geopolitischer Schockstarre kehrt der Investitionsmut zurück, doch die Strategien haben sich grundlegend verändert.

2025 war das Jahr des Abwartens

Handelskriegsängste und Zollchaos aus Washington zwangen Schweizer Unternehmen zum Innehalten. Die jüngste CEO-Befragung von EY zeigt das Ausmaß: Mehr als acht von zehn Firmenchefs haben ihre Investitionspläne umgeworfen. Ein Viertel verschob Vorhaben oder verlagerte Betriebsvermögen ins Ausland. Zehn Prozent legten Projekte komplett auf Eis.

Der Kontinent behält das Kapital

Wohin fließt das Geld, wenn es wieder fließt? Zu über 92 Prozent bleibt es in Europa. Die Schweiz selbst steht bei 42 Prozent der befragten CEOs an erster Stelle, Deutschland zieht 26 Prozent an, Frankreich 18 Prozent. Der Rest der Welt spielt kaum eine Rolle.

Ein Zollabkommen dreht die Stimmung

Der im November 2025 vereinbarte Zollsatz von 15 Prozent mit den USA wirkt wie ein Befreiungsschlag. Fast 80 Prozent der Schweizer Firmenchefs blicken nun optimistisch auf die kommenden zwölf Monate. Im September lag dieser Wert noch zehn Punkte tiefer. Nahezu alle Befragten erwarten steigende Umsätze und Produktivitätsgewinne, die große Mehrheit rechnet mit besserer Profitabilität.

Allianzen statt Alleingänge

Die neue Vorsicht zeigt sich in der Strategiewahl. Vier von zehn CEOs priorisieren Investitionen in Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Auffälliger ist jedoch der Trend zu Partnerschaften: 80 Prozent streben Joint Ventures oder strategische Allianzen an. Auch klassische M&A-Transaktionen stehen hoch im Kurs. 62 Prozent planen mindestens einen Deal im laufenden Jahr.