Bayern fischt im Influencer-Teich und fängt 550.000 Euro

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June 29, 2026
29.06.2026
3 Minuten Lesezeit

Nicht nur im Freistaat hat die Finanzverwaltung das Geschäftsmodell der Influencer im Visier. Bundesweit gehen Behörden gegen Verdienste auf Instagram und Co. vor. In München liegen nun die ersten Zwischenzahlen vor.

Der bundesweite Hintergrund

Bayern ist mit seinem Vorgehen kein Solitär. Auch andere Länder, etwa Nordrhein-Westfalen mit einer Aktion gegen rund 7.000 Influencer, haben eigene Strukturen geschaffen. Die Begründung ist überall gleich. Während Werbeumsätze auf Plattformen rasant wachsen, fehlen den Finanzämtern oft die passenden Werkzeuge, um diese neue Form unternehmerischer Tätigkeit zu erfassen.

Künstliche Intelligenz als Sortierhilfe

Genau diese Lücke versucht die bayerische Verwaltung nun mit Technik zu schließen. Eine spezialisierte Software, deren Kern auf Künstlicher Intelligenz beruht, verfolgt automatisiert die Aktivitäten relevanter Profile und bereitet auffällige Muster für die menschliche Sichtung auf. Ohne diese Vorsortierung wären die anstehenden Mengen kaum zu bewältigen.

Eine Truppe namens eCommerce

Verantwortlich für das Sammeln und Auswerten ist eine Einheit beim Bayerischen Landesamt für Steuern, die schlicht den Namen „eCommerce" trägt. Sie beschafft Datensätze, sortiert sie nach Zuständigkeit und gibt die jeweils relevanten Teile an die Bundesländer weiter. In den vergangenen zwei Jahren hat sie etwa 60.000 Sätze mit einem Umsatzvolumen von 1,4 Milliarden Euro zusammengetragen.

Die bayerische Beute

Von diesem Gesamtpaket verblieben rund 9.000 Datensätze in Bayern, die Umsätze in Höhe von 211 Millionen Euro abbilden. Etwa die Hälfte davon ist mittlerweile bearbeitet. Aus diesen Auswertungen sind Steuernachforderungen von 550.000 Euro entstanden. Eine simple Hochrechnung auf die noch offene Hälfte wäre nach Auskunft des Finanzministeriums methodisch nicht zulässig.

Klare Botschaft aus dem Ministerium

Albert Füracker, Finanzminister der bayerischen Staatsregierung, lässt keinen Zweifel an seiner Haltung: „Bayern unternimmt erhebliche Anstrengungen, um die korrekte Besteuerung von Influencern und anderen Social-Media-Akteuren sicherzustellen. Wer unternehmerisch tätig ist, muss dafür auch die entsprechenden Steuern bezahlen – das ist eine Frage der Gerechtigkeit. Unsere Spezialeinheit eCommerce schaut speziell im konstant wachsenden Influencer-Bereich nun genau hin. Ich kann daher nur empfehlen: Ehrlich sein!"

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