Der Prüfungs- und Beratungsriese streicht rund vier Prozent seiner amerikanischen Consulting-Mannschaft. Zu viele Leute, zu wenig Aufträge.
Bei KPMG USA klingeln die Alarmglocken. Das Unternehmen hat am Mittwoch intern verkündet, dass es sich von einem Teil seiner Berater trennt. Etwa vier Prozent der Consultants müssen ihre Schreibtische räumen. Besonders hart trifft es Spezialisten für Risikofragen, Prozessabläufe bei Kunden und den Finanzsektor. Die Partnerebene bleibt unangetastet. Rund die Hälfte der Entlassungen fiel auf Mitarbeiter, deren Leistungsbewertungen zu wünschen übrig ließen. Der Rest geht auf das Konto einer simplen Rechnung: mehr Köpfe als Mandate.
Der Ursprung des Dilemmas liegt Jahre zurück. Als die Pandemie die Geschäftswelt durcheinanderwirbelte, explodierte die Nachfrage nach Beratung. KPMG reagierte und holte massenhaft frische Kräfte an Bord. Das Problem: Die erwartete Kündigungswelle blieb aus. Normalerweise verlassen jedes Jahr etliche Berater freiwillig das Haus, um bei Kunden anzuheuern oder eigene Wege zu gehen. Diesmal klammerten sich die Leute an ihre Verträge. Gleichzeitig flaute das Geschäft ab. Unternehmen zögern, externe Experten zu beauftragen. Regulierungsprojekte werden verschoben, Budgets eingefroren, interne Teams übernehmen Aufgaben, die früher an Berater gingen.
KPMG selbst rahmt die Entlassungen als vorausschauende Maßnahme. Man richte die Belegschaft auf künftige Marktanforderungen aus und investiere weiter in Qualifizierung. Größe und Struktur der Mannschaft würden laufend überprüft, um Kunden bestmöglich zu bedienen. Wie viele Stellen genau wegfallen, verrät das Haus nicht. Nur so viel: Das Beratungsgeschäft sei robust und entwickle sich dynamisch. Klingt nach Durchhalteparole, während im Hintergrund die Kündigungsschreiben rausgehen.




