Die Papiere des Düsseldorfer Verpackungsherstellers explodieren nach Berichten über ein mögliches 41-Euro-Angebot. Parallel läuft eine BaFin-Prüfung wegen fragwürdiger Umsatzverbuchung.
Ein Insider berichtet: Der US-Konzern Silgan Holdings lässt Berater an einem Kaufangebot feilen. Der Preis: 41 Euro pro Anteilsschein. Gemessen am aktuellen Niveau von knapp über 20 Euro wäre das ein Aufschlag von mehr als 100 Prozent. Ob tatsächlich ein förmliches Angebot folgt, ist unklar. Gerresheimer wollte sich nicht äußern.
Die Börse nimmt die Nachricht euphorisch auf. Am Donnerstagnachmittag kletterten die Papiere zeitweise über 22 Euro, ein Plus von mehr als 25 Prozent. Trotzdem: Seit Januar verloren die Aktien 35 Prozent an Wert. Der Grund sind buchhalterische Turbulenzen. Noch vor zwölf Monaten stand der Kurs bei 76 Euro.
Die BaFin nimmt den Jahresabschluss 2023/24 und den Halbjahresbericht 2024/25 unter die Lupe. Kritischer Punkt: Gerresheimer verbucht bei bestimmten Verträgen Erlöse und Gewinne, bevor die Ware überhaupt beim Kunden ankommt. Fachbegriff: Bill-and-hold-Geschäfte. Außerdem soll das Unternehmen möglicherweise Wertberichtigungen auf die Schweizer Einheit Sensile Medical unterlassen haben. Vor einem Jahr suchte Gerresheimer bereits Käufer unter Finanzinvestoren, die Gespräche verliefen ergebnislos. Der Konzern produziert Behälter für Medikamente und beliefert auch Kosmetik- sowie Lebensmittelhersteller. Weltweit arbeiten rund 13.600 Menschen für das Unternehmen.




