Goss wechselt die Branche: Vom Stahl zum Öl

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January 12, 2026
13.01.2026
2 Minuten Lesezeit

Nach intensiver Suche präsentiert die Bundesnetzagentur ihren Wunschkandidaten für eine der sensibelsten Positionen in der deutschen Energiewirtschaft. Andreas J. Goss, bekannt als langjähriger CEO von Thyssenkrupp Steel, steigt zum 12. Januar 2026 bei der Rosneft Deutschland GmbH ein.

Krisenmanager für kritische Infrastruktur

Was qualifiziert einen Stahlmanager für die Ölbranche? Die Bundesnetzagentur argumentiert mit Transformationskompetenz. Goss führte den größten deutschen Stahlhersteller von 2012 bis Juli 2019 durch turbulente Jahre. Das geplante Joint Venture mit Tata Steel Europe sollte sein Meisterstück werden, scheiterte jedoch am Veto aus Brüssel. Zusätzlich sammelte er über diverse Aufsichtsratsmandate Branchenkenntnisse im Bereich der Öl- und Gasversorgung. Vor seiner Zeit bei Thyssenkrupp durchlief er verschiedene Führungsfunktionen im Siemens Konzern.

Doppelspitze für das Raffineriegeschäft

Als Chief Financial Officer bildet Goss künftig gemeinsam mit Johannes Bremer die Geschäftsführung der Rosneft Deutschland GmbH sowie der RN Refining & Marketing GmbH. Sein Zuständigkeitsbereich umfasst Finanzen und IT. Die Position war seit vier Monaten unbesetzt.

Politische Dimension bleibt bestehen

Die drei Raffinerien PCK Schwedt, MiRo in Karlsruhe und Bayernoil in Vohburg repräsentieren rund 12 Prozent der deutschen Erdölverarbeitungskapazität. Die Treuhandverwaltung durch die Bundesnetzagentur läuft vorerst bis zum 10. März 2026.