Ifo Index stagniert im Januar bei 87,6 Punkten

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January 28, 2026
29.01.2026
2 Minuten Lesezeit

Das Ifo Geschäftsklima bleibt im Januar überraschend unverändert, während Zolldrohungen aus den USA die Unsicherheit erhöhen und die Industrie zumindest einen kleinen Lichtblick liefert.

Die deutsche Wirtschaft startet ohne Schwung ins neue Jahr

Der Ifo Index verharrte bei 87,6 Punkten, Volkswirte hatten im Schnitt mit 88,2 Punkten gerechnet. Ifo Chef Clemens Fuest ordnet ein: „Die deutsche Wirtschaft startet ohne Schwung ins neue Jahr“. Während die Einschätzung der aktuellen Lage leicht nach oben korrigiert wurde, trübten sich die Erwartungen geringfügig ein. Das Ifo Institut befragt monatlich 9.000 Unternehmen, der Index gilt als wichtigstes Konjunkturbarometer in Deutschland.

Unsicherheit durch Trumps Zölle

Andreas Scheuerle, Leiter Industrieländer bei der DekaBank, sieht Spuren der jüngsten Zolldrohungen von US Präsident Donald Trump im Grönland Konflikt in der Unternehmensstimmung. Zwar sei mit der Rücknahme der Drohung eine Bruchlandung ausgeblieben, „doch sie scheint Spuren hinterlassen zu haben“, schrieb Scheuerle und verweist darauf, dass Zölle zunehmend auch für geopolitische Ziele eingesetzt würden, „Unsicherheit ist die Folge“. Commerzbank Chefvolkswirt Jörg Krämer nennt die Stagnation nach zwei Rückgängen „eine Enttäuschung“ und führt sie unter anderem auf Frust über ausbleibende breit basierte Reformen zurück, die Erholung dürfte daher nur zögerlich ausfallen.

Mehr Zuversicht in Industrie und Handel

In der Industrie hellte sich die Stimmung auf, die Unternehmen waren laut Ifo zufriedener mit den laufenden Geschäften und die Erwartungen fielen deutlich weniger skeptisch aus, zugleich sank die Kapazitätsauslastung auf 77,5 Prozent und blieb damit unter dem langfristigen Mittel. Am Bau und im Handel verbesserte sich das Bild ebenfalls, während es sich im Dienstleistungssektor und im Tourismus eintrübte. LBBW Ökonom Jens Oliver Niklasch spricht von einer „Nullnummer zum Jahresauftakt“, obwohl sich andere Indikatoren zuletzt verbessert hätten. Die Bundesbank erwartet dennoch nur eine langsame Belebung, Ökonomen rechnen für 2026 mit rund einem Prozent Wachstum, 2025 wuchs das Bruttoinlandsprodukt nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 0,2 Prozent.