Investmentbanken bauen M&A-Teams in Europa aus

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January 30, 2026
30.01.2026
2 Minuten Lesezeit

Nach dem deutlichen Anziehen der Deal-Aktivität im zweiten Halbjahr 2025 bauen Banken ihre Teams aus, um für eine Welle großer Transaktionen gerüstet zu sein.

Dealteams wachsen in nahezu allen Märkten

JP Morgan will das Personal im Investmentbanking ausbauen und stellt laut Filippo Gori, Co-Head Global Banking, „in fast allen europäischen Ländern“ Investmentbanker ein. Auch die Deutsche Bank verbindet den Ausblick für das Corporate- und Investmentbanking mit einer Einstellungsagenda: Fabrizio Campelli stellt bis 2028 rund 1,5 Prozentpunkte Zuwachs im M&A- und Aktienemissionsgeschäft in Aussicht. Er sprach von einem „konservativen“ Ziel, das zugleich „sehr folgerichtig“ sei, und kündigte die Einstellung von mehr als 60 Senior Bankern über Regionen und Zielsektoren hinweg an. Macquarie wiederum plant in Deutschland und Europa jeweils rund 30 Prozent mehr Berufsanfänger im Investmentbanking und sieht sich vor einem „Jahr der Megadeals“.

Goldman Sachs führt Deal-Ranking an

Goldman Sachs verweist auf bereits erfolgte Investitionen in Plattform und Teams und sieht sich für steigende Aktivität „sehr gut aufgestellt“, während Morgan Stanley sich zu Neueinstellungen nicht äußern wollte. Im Dealogic-Ranking dominierte Goldman Sachs 2025 den deutschen Markt mit 33 Transaktionen und einem Dealvolumen von rund 96 Milliarden Dollar. JP Morgan folgt mit 21 Deals im Gesamtwert von 53 Milliarden Dollar, Morgan Stanley kommt auf 14 Transaktionen und 47 Milliarden Dollar. Platz vier belegt die Deutsche Bank mit 18 Deals in Deutschland im Wert von 45 Milliarden Dollar, was den Wettbewerb um Mandate und Senior Talent zusätzlich schärft.

Comeback der Megadeals

Viele Transaktionsberater erwarten, dass Megadeals ab zehn Milliarden Dollar wieder häufiger werden und sehen einen mehrjährigen M&A-Zyklus starten. Tibor Kossa, Co-Chef des Investmentbankings bei Goldman Sachs in Deutschland und Österreich, sagte mit Blick auf 2026: „Die Welle der großen Transaktionen begann in den USA im zweiten Halbjahr und setzt sich auch in Europa fort.“ Jens Maurer, Chef des deutschen Investmentbankings bei Morgan Stanley, ergänzt: „Wir stehen am Anfang eines mehrjährigen globalen M&A-Zyklus.“ Als Treiber nennen Marktbeobachter unter anderem Strukturwandel in der Automobilindustrie und die Energiewende sowie eine hohe Private-Equity-Beteiligung, die 2025 ein Allzeithoch erreichte und besonders Technologie und Rüstung in den Blick nimmt.