Jeff Bezos plant 100-Mrd.-Dollar-Fonds: Der größte PE-Vehikel aller Zeiten?

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March 25, 2026
25.03.2026
2 Minuten Lesezeit

Jeff Bezos soll laut Wall Street Journal einen der größten jemals aufgelegten Private-Equity-Fonds anstreben. Das Vehikel soll Produktionsunternehmen erwerben und durch Künstliche Intelligenz automatisieren.

Megafonds als Wachstumswette auf Industrieautomation

Mit einem Zielvolumen von bis zu 100 Milliarden Dollar würde der geplante Fonds von Amazon-Gründer Jeff Bezos in die Liga der größten jemals aufgelegten Privatmarkt-Vehikel vorstoßen. Die Strategie zielt darauf ab, Fertigungsunternehmen zu erwerben und deren Prozesse mithilfe von KI zu automatisieren. Als historischer Referenzpunkt gilt SoftBanks Vision Fund I, der 2017 mit knapp 100 Milliarden Dollar schloss. Dessen Track Record gibt allerdings zu denken: Verluste von über 14 Milliarden Dollar infolge der WeWork-Insolvenz und ein Gesamtverlust von 32 Milliarden Dollar im Fiskaljahr 2023 belasteten die Bilanz. Bis heute hat der Vision Fund I laut PitchBook-Daten lediglich das 0,61-fache des eingesetzten Kapitals zurückgegeben.

Strukturelle Risiken bei Deployment und Exit

Steven Buibish, Director US Private Equity Research bei PitchBook, verweist auf strukturelle Herausforderungen bei der Kapitalallokation in dieser Größenordnung: Die Zahl geeigneter Großtargets sei begrenzt und bei ausbleibenden Ausreißerrenditen könnten wenige große Verluste das Gesamtergebnis eines Megafonds erheblich belasten. Hinzu kommt die Abhängigkeit vom IPO-Markt als Exit-Kanal, der gegenüber makroökonomischen Schocks und geopolitischen Risiken anfällig bleibt. Michael Ewens, Finanzprofessor an der Columbia Business School, warnt vor dem Risiko der Überkapitalisierung: "Es gibt eine Spannung darin, zu viel Geld einzusammeln, weil man dann zum Opfer der eigenen Bewertung wird."