Die Consulting-Sparte überwacht digitale Mitarbeiter in Echtzeit. Sicherheitsprüfungen, die früher 45 Minuten dauerten, erledigen die Systeme in wenigen Minuten.
Die Zukunft der Beratung sieht bei IBM aus wie ein Kontrollraum. Ein Dashboard zeigt live, welcher KI-Agent gerade an welchem Problem arbeitet. Mohamad Ali, der die Consulting-Sparte führt, kann stündlich abrufen, wie Mensch und Maschine zusammenspielen. Das Tool trägt intern den Namen "Consulting Advantage". Seit Jahresbeginn dürfen auch Kunden eine eigene Version nutzen. Im Sicherheitsbereich zeigt sich der Effekt besonders deutlich. Wenn ein Alarm aufploppt, wühlte sich früher ein Analyst durch Protokolle, wertete aus, schrieb auf. Eine Dreiviertelstunde war dafür eingeplant. Jetzt schwärmen mehrere KI-Agenten gleichzeitig aus, teilen sich die Arbeit, erstellen Risikoanalysen und präsentieren das Ergebnis. Ein Mensch schaut drüber, nickt ab oder greift ein. Im Januar liefen auf diese Weise 52.000 Vorgänge durch das System.
Die Rechnung geht auf. IBM Consulting erwirtschaftete 2025 mehr als 21 Milliarden Dollar, ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Die Nachfrage nach allem, was mit generativer KI zu tun hat, treibt die Zahlen. Der Wert der KI-Sparte liegt bei geschätzt 12,5 Milliarden Dollar. Die Beratungssparte hat Geschichte. 2002 kaufte IBM das Consulting-Geschäft von PwC. Heute arbeiten dort rund 150.000 Menschen. Die Konkurrenz reicht von Deloitte bis Accenture. IBM positioniert sich als Brücke zwischen klassischer Strategieberatung und technischer Umsetzung. Bei über 150 Projekten arbeiten digitale und menschliche Kräfte bereits gemeinsam. Für Ali ist das die entscheidende Frage unserer Zeit: Wie organisiert man Arbeit, wenn Maschinen nicht mehr nur Werkzeuge sind, sondern Teamkollegen?




