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January 29, 2026
29.01.2026
2 Minuten Lesezeit

Eine Langzeitstudie des Kiel Instituts räumt mit Untergangsszenarien auf: Künstliche Intelligenz kostet unterm Strich keine Arbeitsplätze, verlangt aber höhere Qualifikationen.

Das Schreckgespenst wankt

Kaum eine Debatte wurde so emotional geführt wie jene über die Folgen künstlicher Intelligenz für den Arbeitsmarkt. Ein internationales Forschungsteam hat diese Frage nun empirisch untersucht. Die Analyse wertet anonymisierte Beschäftigungsdaten aus Dänemark, Portugal und Schweden über dreizehn Jahre aus. Das zentrale Ergebnis: Die Gesamtzahl der Arbeitsplätze bleibt stabil. Was sich verschiebt, sind Tätigkeitsprofile und Kompetenzerwartungen.

Nicht jede KI wirkt gleich

Die Forscher haben den technologischen Fortschritt in neun Teilbereiche zerlegt. Sprachmodelle wie ChatGPT oder Gemini entfalten positive Beschäftigungseffekte. Sie übernehmen Dokumentationsarbeit und setzen Kapazitäten für anspruchsvollere Aufgaben frei. Ganz anders wirken Technologien zur Übersetzung und Bilderkennung: Hier verlieren Büro- und Verwaltungstätigkeiten an Bedeutung. Wer körperlich arbeitet oder intensive zwischenmenschliche Beziehungen pflegt, spürt von der KI-Revolution bislang wenig.

Qualifikation als neue Währung

Holger Görg, Forschungsdirektor am Kiel Institut, fasst zusammen: Routineaufgaben verschwinden, während neue Rollen entstehen, die analytisches Denken und technisches Verständnis voraussetzen. Die Zerlegung von KI in Teilbereiche mache erstmals sichtbar, welche Technologien welche Berufsbilder verändern. Das erlaube gezielte Arbeitsmarktpolitik statt pauschaler Programme.