Eine neue Studie räumt mit dem Narrativ vom europäischen Rückstand auf und zeigt, wo der Kontinent seine Stärken hat.
Europa vor China? Der Strategic AI Capability Index von KPMG und dem KI Bundesverband liefert ein unerwartetes Ergebnis. Mit 48,7 Punkten zieht der Kontinent knapp an der Volksrepublik vorbei, die auf 48,2 Punkte kommt. Die USA thronen mit 75,2 Punkten unangefochten an der Spitze.
Der Index bewertet drei Dimensionen: wirtschaftliche Infrastruktur, strategische Governance sowie Forschung und Talente. Amerika punktet mit Kapitalzugang, Skalierungsfähigkeit und Umsetzungsgeschwindigkeit. Europa überzeugt bei Regulierung und verantwortungsvollem KI-Einsatz, verliert aber durch Marktfragmentierung und zögerliche Kommerzialisierung. China bringt industrielle Wucht und Unabhängigkeit bei Hardware mit, kämpft jedoch mit Vertrauensdefiziten und begrenzter internationaler Vernetzung.
Die Studie AI Geopolitics 2030 entwirft Szenarien bis 2040. Eines beschreibt eine Welt gemeinsamer Standards, ein anderes die Dominanz weniger Technologiekonzerne. Ein drittes Szenario sieht regionale Machtblöcke, das vierte eine technologische Annäherung trotz politischer Gräben. Europas Chancen liegen je nach Entwicklung bei Interoperabilität, autonomer Strategie oder Governance-Kompetenz.
Die Autoren mahnen: Wer dauerhaft führen will, muss Fähigkeiten konsistent und im großen Maßstab in Ergebnisse verwandeln. Einzelne Durchbrüche genügen nicht.




