Eine weltweite Erhebung der Beratungsgesellschaft zeigt, dass Unternehmen mit verlässlicher Steuerung ihrer Künstlichen Intelligenz deutlich bessere Ergebnisse erzielen. Doch nur eine kleine Minderheit hat das Thema bereits konsequent verankert.
Mehr als 1.750 Führungskräfte aus 20 Ländern haben KPMG Auskunft über ihren KI-Einsatz gegeben. Das Ergebnis offenbart einen Widerspruch: Während 58 Prozent unternehmensweite Strukturen für entscheidend halten, sehen nur zwölf Prozent diese in ihrem Haus auch tatsächlich umgesetzt.
Beinahe drei Viertel der Befragten nennen Sicherheits- und Datenschutzfragen als zentrale Sorge. Doch nur 24 Prozent geben an, diese Aspekte fest in Strategie und Technologie eingebaut zu haben. Wer es anders macht, profitiert messbar: Eine risikobewusste Steuerung führte laut Studie zu einem Leistungssprung von 14 Prozent.
Drei Viertel der Befragten erwarten Vorteile aus dem Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Doch nur 19 Prozent halten ihre Belegschaft wirklich für vorbereitet. Eine weitere Schwachstelle liegt in der Erfolgskontrolle. Lediglich 28 Prozent verfolgen konkrete Ergebnisse, die mit ihrer KI-Strategie zusammenhängen.
Adrian Clamp, weltweit verantwortlich für Beratungsstrategie bei KPMG International, sieht den Kern des Problems in den Strukturen vieler Häuser. Echter Mehrwert entstehe nur dort, wo Strategie, Entscheidungen und Umsetzung aufeinander abgestimmt seien. Die meisten Organisationen hätten sich für diese Anforderung nicht neu aufgestellt, weshalb die Komplexität schneller wachse als die Leistung. Samantha Gloede, bei KPMG International für Risikoberatung verantwortlich, ergänzt: Vertrauen sei keine Absicherung mehr, sondern Voraussetzung für Leistung. Entscheidungen müssten verlässlich sein, nicht nur die zugrunde liegenden Daten.
Die in der Studie besonders erfolgreichen Unternehmen behandeln Vertrauen und Governance nicht als Pflichtübung. Stattdessen ist beides fester Bestandteil ihres Tagesgeschäfts. Erfolg bemisst sich nicht mehr an der Zahl gestarteter KI-Projekte, sondern an der Fähigkeit, Veränderungen über alle Bereiche zu koordinieren.




