KPMG sucht im Silicon Valley nach KI-Startups

blog main image
May 27, 2026
28.05.2026
3 Minuten Lesezeit

Die Führungsriege des Beratungshauses trifft sich regelmäßig mit jungen Technologiefirmen. Das Ziel: Partner gewinnen, bevor sie zu Konkurrenten werden.

Angriff ist die beste Verteidigung

Künstliche Intelligenz bedroht das Geschäftsmodell der großen Beratungshäuser. Wenn Algorithmen Aufgaben übernehmen, die bisher junge Mitarbeiter nach Stunden abgerechnet haben, gerät die Kalkulation ins Wanken. KPMG will nicht warten, bis neue Wettbewerber den Markt aufrollen. Der amerikanische Konzernchef Tim Walsh hat deshalb eine ungewöhnliche Routine eingeführt. Alle fünf bis sechs Wochen reist das Führungsgremium nach Kalifornien und verbringt mindestens einen Tag bei Wagniskapitalgebern. Dort treffen die Manager auf Gründer, deren Produkte das eigene Geschäft umkrempeln könnten.

Unbehagen als Methode

Walsh nennt das Programm eine Übung im Unbequemen. Wer sich nicht regelmäßig mit potenziellen Störenfrieden auseinandersetze, unterschätze das Tempo des Wandels. Früher habe KPMG auf Hinweise aus der Kundenbetreuung gewartet. Das reiche nicht mehr. An den Treffen beteiligt sind namhafte Investoren wie Andreessen Horowitz, Bessemer, Emergence Capital und JC2 Ventures, die Firma des früheren Cisco-Chefs John Chambers.

Beteiligungen nicht ausgeschlossen

Die meisten Gespräche dienen dem Erkenntnisgewinn. Die Erkenntnisse fließen in die Entscheidung, welche Technologien KPMG selbst entwickeln sollte. Manche Begegnungen münden aber in Partnerschaften oder sogar Kapitalbeteiligungen. Walsh sieht darin Vorteile für beide Seiten. Junge Firmen bekämen Zugang zu einem weltweiten Vertriebsnetz, KPMG sichere sich frühzeitig Zugriff auf neue Werkzeuge. Seit seinem Amtsantritt im vergangenen Juli hat das Haus bereits eine Allianz mit dem Sprachverarbeitungsspezialisten Uniphore geschlossen und sich an Fieldguide beteiligt, einem Anbieter von KI-gestützten Prüfungswerkzeugen.

Große KI-Firmen als Partner, nicht als Rivalen

Walsh glaubt nicht, dass Anbieter wie Anthropic oder OpenAI die Beratungshäuser verdrängen werden. Ein Beratungsgeschäft aufzubauen sei schwer, KPMG habe es selbst erlebt. Die Technologiekonzerne bräuchten Vermittler, die ihre Produkte in die Unternehmenswelt tragen. Genau diese Rolle will KPMG spielen.

Aktuelle Stellenangebote

Meistgelesene Artikel

Unsere Partner

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei:

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei:

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei:

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei:

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei: