KPMG zeigt Open-Finance-Potenzial

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February 4, 2026
04.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Eine repräsentative Studie untersucht, welche datenbasierten Finanzservices Verbraucher tatsächlich wollen und wie Anbieter sich mit der europäischen Fida-Verordnung positionieren können.

Offenheit mit Vorbehalten

Die europäische Fida-Verordnung soll ab diesem Jahr den Datenaustausch im Finanzsektor auf ein neues Fundament stellen. Doch wie reagieren Verbraucher auf die Aussicht, ihre Kontostände, Depots und Versicherungspolicen über Anbietergrenzen hinweg zugänglich zu machen? KPMG hat nachgefragt. Das Ergebnis fällt differenziert aus: Gut die Hälfte der Befragten kann sich vorstellen, Finanzdaten zu teilen. Allerdings knüpfen viele diese Bereitschaft an konkrete Bedingungen. Fast jeder Zweite lehnt die Weitergabe kategorisch ab.

Wer besonders aufgeschlossen ist

Eine Zielgruppe sticht hervor: Verbraucher zwischen 18 und 44 Jahren mit überdurchschnittlichem Einkommen zeigen sich besonders offen für datenbasierte Finanzservices. Sie nutzen digitale Werkzeuge bereits intensiv und haben wenig Hemmungen, Informationen mit mehreren Anbietern zu teilen. Im Gegenzug erwarten sie allerdings spürbaren Nutzen. Wer diese Gruppe gewinnen will, muss liefern.

Sicherheit ist Pflicht, Mehrwert die Kür

Drei Faktoren entscheiden über die Bereitschaft zur Datenfreigabe, unabhängig vom Alter: Hohe Sicherheitsstandards stehen an erster Stelle, gefolgt von Kostenfreiheit und Vertrauen in den Anbieter. Doch mit diesen Grundvoraussetzungen allein gewinnt niemand Kunden. Entscheidend wird, was darüber hinaus geboten wird. Bessere Konditionen wünschen sich 43 Prozent, passgenaue Produktvorschläge 29 Prozent, einfacheres Finanzmanagement 22 Prozent.

Bündelung als Wunsch Nummer eins

Bei der Frage nach konkreten Services führt die integrierte Finanzübersicht das Ranking an. Verbraucher wollen alle ihre Konten, Depots und Policen an einem Ort sehen. Auch automatische Anpassungen von Versicherungen an veränderte Lebensumstände und datenbasierte Anlagevorschläge stoßen auf Interesse. Selbst die Einbindung von Krypto-Vermögen wird positiv bewertet.

Vier Strategien für Anbieter

KPMG unterscheidet vier Reaktionsmuster auf die neue Regulierung: Manche Institute werden sich auf Pflichterfüllung beschränken. Andere nutzen Datenanfragen zur Monetarisierung ohne echte Innovation. Ambitioniertere Häuser integrieren externe Informationen in ihre Beratungsprozesse. Die Vorreiter transformieren ihr gesamtes Geschäftsmodell und positionieren sich als Plattform für vollvernetzte Finanzservices.