Der Beteiligungsinvestor Lindsay Goldberg hat seinen sechsten Flaggschiff-Fonds über dem Zielvolumen ge-schlossen. In einem Markt mit längeren Kapitalaufnahmezyklen sticht vor allem die hohe Wiederzeichnungs-quote der bestehenden Kapitalgeber heraus.
Lindsay Goldberg hat Fonds VI mit 4,9 Milliarden US Dollar abgeschlossen und damit die Zielmarke von 4 Milli-arden übertroffen. Der operative Leiter Ephraim Mernick betont, dass der Ansatz einer langfristigen, part-nerschaftlichen Entwicklung bei Investoren aktuell besonders gut ankommt. Entscheidend ist dabei die Wie-derzeichnung von über 85 Prozent der bisherigen Kapitalgeber, obwohl viele Institutionelle ihre Allokationen straffer steuern. Die Kapitalgeberbasis umfasst unter anderem Pensionskassen, Staatsfonds, Versicherun-gen, Vermögensverwalter, Familienbüros und vermögende Privatpersonen. Regional reicht sie von Nord-amerika über Europa und Asien-Pazifik bis in den Nahen Osten und nach Südamerika. Mernick positioniert die Strategie ausdrücklich gegen kurzfristige Moden und fokussiert auf Unternehmen mit langfristiger Rele-vanz.
Inhaltlich bleibt Lindsay Goldberg bei drei Kernbereichen: Industrie, Dienstleistungen und Gesundheitswe-sen. Innerhalb dieser Felder konzentriert sich das Haus auf wiederkehrende Nischen, in denen es seit Jahren Erfahrungen und Netzwerke aufgebaut hat. Rund 85 Prozent des Portfolios entfallen weiterhin auf US-Unternehmen, ergänzt um Kanada und Westeuropa. Zielunternehmen liegen typischerweise in einer Unter-nehmenswert-Spanne von etwa 200 Millionen bis 2,5 Milliarden US Dollar, größere Transaktionen werden bei Bedarf mit Mitinvestoren skaliert. Die Kapitalallokation folgt einem mehrjährigen Einsatzplan, der mehrere Plattforminvestitionen pro Jahr vorsieht. Wertsteigerung entsteht dabei nicht nur über einzelne Verkäufe, sondern auch über systematische Zukäufe und operative Weiterentwicklung.
Im aktuellen Umfeld ist Liquidität für Kapitalgeber ein zentrales Thema - Lindsay Goldberg adressiert das über konkrete Rückflüsse. Realisierungen sollen im vergangenen Jahr mehr als 1,5 Milliarden US Dollar erreicht haben. Der Kapitaleinsatz von Fonds VI begann bereits 2024 mit einer Mehrheitsbeteiligung an Golden State Foods, 2025 folgte der Erwerb des Chemiedistributors EMCO. Zusätzlich wird eine Teilrealisierung über eine Dividendenrekapitalisierung bei Golden State Foods in Höhe von 250 Millionen US Dollar genannt. Ein weite-rer Baustein der Erzählung ist die Wiederannäherung früherer Portfoliounternehmen, wenn Gründerfamilien erneut einen Partner suchen. Die Interessenangleichung wird laut Darstellung häufig dadurch gesichert, dass Verkäufer einen substanziellen Anteil ihres Eigenkapitals im Unternehmen belassen.




