Trotz schwacher Konjunktur wächst der deutsche Prüfungs- und Beratungsmarkt kräftig. Doch die Zuwächse verteilen sich ungleich: PwC zieht davon, EY fällt zurück, und Deloitte zieht mit KPMG gleich.
Vorgestellt wurde die neue Rangliste bei einem Round Table im Airport Club am Frankfurter Flughafen. Ihr auffälligster Befund betrifft weniger die Gesamtsumme als die Verteilung. Unter den vier großen Häusern reicht die Spanne von 8,5 Prozent bei PwC bis zu mageren 2,4 Prozent bei EY, während Deloitte inzwischen mit KPMG gleichgezogen hat. Im Mittel bleiben davon fünf Prozent übrig. Eine Etage tiefer sieht es besser aus: Forvis Mazars und RSM Ebner Stolz kamen jeweils auf etwa elf Prozent und hängten die Marktführer damit deutlich ab.
Getragen wird das Wachstum von einem Geschäftsfeld, das von der Konjunktur weitgehend unabhängig ist. „Steuerberatung treibt den Markt", bringt es Lünendonk-Geschäftsführer Jörg Hossenfelder auf den Punkt. „Trotz der anhaltend schwachen Konjunktur bleibt die Nachfrage nach steuerlicher Beratung hoch und ist ein wesentlicher Wachstumstreiber der Branche." In Zahlen: 22,6 Milliarden Euro setzte der Markt 2025 um, ein Zuwachs von 6,1 Prozent. Bei den 25 größten Anbietern lag das Plus mit 8,1 Prozent noch höher, weit über dem, was die deutsche Wirtschaft insgesamt schaffte. Verglichen mit den Ausnahmejahren nach der Pandemie hat sich das Tempo zwar beruhigt, von einer Delle ist die Branche jedoch weit entfernt.
Im Anschluss an die Präsentation drehte sich die Diskussion um zwei Fragen, die die Häuser derzeit umtreiben: Woher der Nachwuchs kommen soll und wie sich KI sinnvoll in die Arbeit einbinden lässt.




