Beim Einsatz von KI liegt Deutschland europaweit vorn, beim Umbau des Geschäfts fällt es zurück. Eine Studie von Strand Partners im Auftrag von AWS zeigt, dass der entscheidende Wert binnen eines Jahres sogar gesunken ist.
Die Zahlen zur Verbreitung lesen sich gut: 63 Prozent der Unternehmen haben KI im Einsatz, 83 Prozent der Anwender verzeichnen Produktivitätsgewinne. Dahinter verbirgt sich jedoch ein Problem. Nur eine Minderheit hat die Technik so weit in ihr Geschäft integriert, dass daraus tatsächlich neue Angebote, veränderte Abläufe oder tragfähige Erlösquellen entstehen. Diese Gruppe umfasst 15 Prozent und ist damit kleiner als vor einem Jahr, als sie noch bei 21 Prozent lag. Der europäische Vergleichswert beträgt 22 Prozent. Erhoben hat die Zahlen die Beratung Strand Partners für den Cloud-Anbieter AWS in der Untersuchung „Erschließung des KI-Potenzials in Deutschland 2026".
Die Autoren staffeln die Nutzung nach Tiefe. Auf der untersten Ebene stehen 57 Prozent der Firmen, die es bei Dialogsystemen und fertig eingekauften Werkzeugen belassen. Eine Zwischengruppe von 28 Prozent hat KI bereits über mehrere Abteilungen hinweg verankert. Ganz oben, wo die Technik das Leistungsangebot selbst verändert, finden sich lediglich die genannten 15 Prozent.
Erschwerend kommt hinzu, dass die aktuelle Entwicklungsstufe an vielen Unternehmen vorbeigeht. Systeme, die einen Auftrag selbstständig in Teilschritte zerlegen, dafür passende Werkzeuge und Datenbestände heranziehen und eine entscheidungsreife Vorlage liefern, sind gerade einmal 22 Prozent der Befragten ein Begriff. Deren Übertragung auf Maschinen und Robotik, für den deutschen Maschinenbau eigentlich ein naheliegendes Feld, kennen sogar nur 16 Prozent. Bemerkenswert ist die Reaktion nach einer kurzen Erläuterung: Dann zeigten sich 57 Prozent bereit, solche Lösungen anzuschaffen oder wenigstens zu erproben. Der Engpass liegt also nicht in der Ablehnung, sondern in der Information.




