McKinsey: 2026 entscheidet sich an Geopolitik, KI und Führung

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January 29, 2026
30.01.2026
2 Minuten Lesezeit

McKinsey Deutschlandchef Fabian Billing sieht die Wirtschaft 2026 unter Handlungsdruck und nennt Geopolitik, Künstliche Intelligenz und Führung als drei Hebel, damit Unternehmen die Transformation beschleunigen.

Drei Hebel für die Wende 2026

Billing sagte in München vor Journalisten: „Abwarten ist die teuerste Strategie.“ Deutschland müsse 2026 „die Wende schaffen“, die entscheidende Frage sei dabei nicht, „ob“, sondern „wie schnell“ sich Unternehmen neu aufstellen. Als ersten Schwerpunkt nennt er Geopolitik. Unternehmen sollten „gleichzeitig für eine offene und eine fragmentierte Welt planen“. Das bedeutet aus seiner Sicht, Lieferketten, Industrieproduktion, Rohstoffe und Vorprodukte breiter abzusichern.

KI als Produktivitätshebel im Kern des Geschäfts

Zweitens müssten Unternehmer und Topmanager KI „vollständig“ in ihre Geschäftsmodelle, Prozesse und Entscheidungen integrieren. Billing sagt: „Deutschlands größte Wachstumsbremse ist stagnierende Produktivität - KI ist der stärkste Hebel, das zu ändern.“ Er kritisiert: „KI ist kein IT-Projekt, sondern ein neues Betriebssystem. Viele deutsche Unternehmen behandeln es noch wie ein Zusatzmodul.“ Wer KI nur an das Business andocke, verschenke Wert.

Führung, Brain Capital und Druck im Beratungsmarkt

Als dritten Hebel betont Billing Führung und verweist auf Analysen des McKinsey Global Institute (MGI), wonach Führungskräfte heute „doppelt so viele Themen gleichzeitig steuern müssen wie noch vor zehn Jahren“. Brain Capital werde damit zum strategischen Produktionsfaktor, Unternehmen transformierten nur so schnell, wie Menschen sich transformieren könnten. Gleichzeitig steht der Beratungsmarkt unter Rechtfertigungsdruck, Honorare werden stärker hinterfragt und es geht häufiger um kleinere Projekte mit schnellen Effekten. Billing formuliert den Anspruch so: „2026 muss das Jahr der Umsetzung werden - nicht der Ankündigungen.“