Bob Sternfels identifiziert Ambitionsfähigkeit, Urteilsvermögen und orthogonale Kreativität als unverzichtbare menschliche Qualifikationen.
Bob Sternfels, Global Managing Partner bei McKinsey, präsentierte auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas seine Analyse zur KI-Transformation der Arbeitswelt und identifizierte drei Kernkompetenzen, die Algorithmen nicht beherrschen.
Orthogonale Kreativität: „Die Modelle sind Inferenzmodelle – der nächst wahrscheinlichste Schritt", erklärte Sternfels. Menschen übertreffen Algorithmen bei der Fähigkeit, etablierte Denkmuster zu durchbrechen und radikal neue Lösungsansätze zu entwickeln.
Bewertungskompetenz: „In diesen Modellen gibt es kein Richtig oder Falsch. Wie legt man also die richtigen Parameter fest?", fragte Sternfels. Menschen definieren Systemarchitekturen basierend auf Unternehmenswerten und gesellschaftlichen Normen.
Zielsetzungsfähigkeit: „Was können die Modelle nicht? Ambitionen entwickeln. Die richtigen Ambitionen setzen. Fliegen Sie in die niedrige Erdumlaufbahn? Fliegen Sie zum Mond? Fliegen Sie zum Mars? Das ist eine einzigartige menschliche Fähigkeit." Die Formulierung visionärer Ziele bleibt ausschließlich menschlich.
McKinsey sparte im vergangenen Jahr 1,5 Millionen Stunden bei Recherche und Synthese ein. Die 25.000 implementierten KI-Agenten produzierten in sechs Monaten 2,5 Millionen Diagramme. Diese Automatisierung ermöglicht Beratern die Fokussierung auf komplexere Problemstellungen.
Formale Bildungsabschlüsse verlieren an Bedeutung. Bei technischen Profilen empfiehlt Sternfels die Prüfung von GitHub-Portfolios statt Hochschulzertifikaten. „Schauen wir uns doch einmal den Inhalt an", sagte er, „und könnte das tatsächlich bedeuten, dass eine größere Gruppe von Menschen mit unterschiedlichen Werdegängen in die Arbeitswelt eintreten kann?"




