Redmond geht auf Distanz zu seinem KI-Partner. Mit einem neuen konzerneigenen Modell für Cybersecurity kappt Microsoft nicht nur Kosten, sondern signalisiert auch strategisch, dass die Zeit der Vollabhängigkeit von OpenAI zu Ende geht.
Das neue Modell heißt MAI-Cyber-1-Flash und ist Teil der hauseigenen MAI-Familie. Es wird in das Multi-Agenten-System MDASH sowie das agentische Security-Framework Perception integriert, wo über hundert spezialisierte Agenten Aufgaben von der Codeprüfung bis zur automatischen Fehlerkorrektur übernehmen. Neun von zehn Arbeitsschritten verrichtet künftig das Microsoft-Modell, nur die schwierigsten Fälle wandern noch an OpenAIs GPT-5.4. Bisher liefen alle drei Rollen über die OpenAI-Familie, konkret über GPT-5.4, GPT-5.4 mini und GPT-5.3 codex.
Der Effekt ist zweifach. Erstens senkt die neue Konstellation die Betriebskosten laut Konzernangabe um rund die Hälfte. Zweitens verbessert sich die Leistung nicht nur, sondern erreicht im Referenztest CyberGym eine Erkennungsrate von 96 Prozent.
Architektonisch handelt es sich um eine kompakte Sparse-Mixture-of-Experts-Struktur, entwickelt aus einem Zwischenstand der MAI-Thinking-1-Linie und feinjustiert auf Basis von MAI-Code-1-Flash. Von 137 Milliarden Parametern sind pro Anfrage nur 5 Milliarden aktiv, der Kontext umfasst 256.000 Tokens. Die Trainingsdaten stammen ausschließlich aus Microsoft-Beständen.




