Nestlé gründet mit dem US-Finanzinvestor Platinum Equity ein Gemeinschaftsunternehmen für sein Mineralwassergeschäft. Die Analysten bewerten die Abspaltung positiv, trotzdem verlieren die Nestlé-Aktien deutlich.
Nestlé lagert 50 Prozent seines Mineralwassergeschäfts in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem amerikanischen Finanzinvestor Platinum Equity aus, wie CEO Philipp Navratil bei der Präsentation der Halbjahreszahlen ankündigte. Mehr als 30 Marken sollen zu der neuen Gesellschaft gehören, darunter San Pellegrino aus Italien, Perrier aus Frankreich und das Schweizer Mineralwasser Henniez. Das mit Sitz in Paris gegründete Unternehmen soll den Namen Peranel tragen. Das Wasserunternehmen wird mit 4,5 Milliarden Franken bewertet. Nestlé fließen aus der Transaktion 2,8 Milliarden Franken zu. Eine Summe, mit der Analysten im Vorfeld in etwa gerechnet hatten. Der Deal steht noch unter dem Vorbehalt von Konsultationsverfahren mit den Gewerkschaften sowie der Zustimmung der zuständigen Behörden. Der Abschluss wird für das erste Halbjahr 2027 erwartet. Die Abspaltung ist Teil des noch unter Ex-CEO Laurent Freixe eingeleiteten Konzernumbaus, der Nestlé auf weniger Geschäftsfelder fokussieren soll. Zur Disposition stehen auch die Sparten Nahrungsergänzungsmittel und Speiseeis.
Finanzanalysten bewerten den Verkauf positiv. Jean-Philippe Bertschy von Vontobel spricht von einem willkommenen Deal und einem wichtigen Meilenstein in der neuen strategischen Roadmap des Konzerns. Die Nestlé Aktie verlor dennoch mehr als 6 Prozent und kostete an der Schweizer Börse noch rund 80 Franken, da bei der Präsentation der Halbjahreszahlen weitere positive Neuigkeiten ausblieben und der Konzern einen vorsichtigeren Ausblick auf das zweite Halbjahr gab, unter anderem wegen gestiegener Transport- und Energiekosten. Der Umsatz belief sich im ersten Halbjahr auf 43,1 Milliarden Franken bei einem organischen Wachstum von 3,6 Prozent nach 2,9 Prozent im Vorjahr, der Reingewinn sank dagegen um 31 Prozent auf 3,5 Milliarden Franken, belastet durch Restrukturierungskosten und eine nicht zahlungswirksame Wertberichtigung von 1,3 Milliarden Franken im Zusammenhang mit dem Wasserverkauf. Bei der Zürcher Kantonalbank heißt es, die Halbjahreszahlen zeigten, wie gut Navratil den Balanceakt zwischen einer Beschleunigung des Wachstums und der Kostenkontrolle meistere.




