Neue Milliardenchance für Rheinmetalls Kriegsschiffe

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August 4, 2026
07.08.2026
2 Minuten Lesezeit

Nach dem Scheitern des deutschen F-126-Fregattenprojekts bewirbt sich Rheinmetall um einen milliardenschweren US-Marineauftrag. Der Rüstungskonzern will seine GMF140-Fregatte künftig auch außerhalb Europas etablieren.

Neue Kunden nach gescheiterten Fregatten-Projekten

Rheinmetall sucht nach dem Scheitern des deutschen F-126-Fregatten-Projekts neue Abnehmer für seine Kriegsschiffe. Der Rüstungskonzern bewirbt sich nun um einen milliardenschweren US-Auftrag für seine GMF140-Fregatte, nachdem auch die amerikanische Marine ihr eigenes Fregatten-Programm gestoppt hat. Das deutsche Verteidigungsministerium hatte das F-126-Projekt abgebrochen. Ursprünglich war der Auftrag an den niederländischen Werftenverbund Damen vergeben worden, Verzögerungen und explodierende Kosten führten jedoch zur Kündigung des Vertrags. Rheinmetall legte daraufhin ein aktualisiertes Angebot für sechs Fregatten vor, Kostenpunkt rund 18 Milliarden Euro. Die Auslieferung an die Bundeswehr hätte sich allerdings bis 2032 verzögert statt wie ursprünglich geplant 2028. Das Ministerium entschied sich stattdessen für vier Meko-A200-Fregatten vom Konkurrenten TKMS, mit einer Option auf vier weitere Einheiten. Für Rheinmetall steht viel auf dem Spiel. Konzernchef Armin Papperger hatte für die Marinesparte ehrgeizige Ziele ausgegeben: Der Umsatz soll von etwa einer Milliarde Euro auf bis zu fünf Milliarden Euro bis 2030 steigen, bei einer operativen Gewinnmarge von rund 15 Prozent.

US-Marine setzt auf kleinere, schneller baubare Schiffe

Die amerikanische Marine hatte im November des vergangenen Jahres ihr Constellation-Klasse-Fregatten-Programm eingestellt. Ursprünglich waren bis zu 20 neue Schiffe eingeplant gewesen. Den italienischen Schiffbauer Fincantieri hatte die Navy beauftragt, seine Fremm-Fregatte an amerikanische Anforderungen anzupassen. Doch auch hier kam es zu ähnlichen Problemen wie beim deutschen F-126-Projekt: Lieferverzögerungen und Preissteigerungen. Die Navy entschied sich, nur noch zwei bereits begonnene Fregatten fertigstellen zu lassen. Als Begründung nennt die Marine einen strategischen Schwenk. Sie will sich künftig auf schneller baubare Schiffstypen, kleinere Schiffe und unbemannte Wasserfahrzeuge konzentrieren, statt auf die komplexe Constellation-Klasse. Rheinmetalls GMF140-Fregatte misst 140 Meter Länge und verdrängt etwa 6.000 Tonnen und fällt damit etwas kleiner aus als die Constellation-Klasse. Der Konzern plant, Waffen seines Kooperationspartners Lockheed Martin zu integrieren. Die Fregatte bietet Platz für bis zu 64 vertikal gestartete Raketen. Rheinmetall stattet das Schiff mit dem für die Marine entwickelten Aegis-Waffen- und Führungssystem aus und kombiniert dies mit Lockheed Martins CMS330-Waffensystem, das auch die Integration von Sensoren und Waffen europäischer Hersteller ermöglicht. Rheinmetall will seine Marinesparte NVL als Komplettanbieter etablieren, mit dem Ziel höherer Wertschöpfung und besserer Profitabilität als die Konkurrenz. Die Integrationsfähigkeit europäischer Komponenten könnte dem Konzern Zugang nicht nur zum US-Markt, sondern auch zu Kunden aus der europäischen Nato-Region verschaffen.

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