Der Konzern investiert 20 Milliarden Dollar in die Technologie von Groq und holt dessen Gründer Jonathan Ross ins eigene Team.
Der Halbleiterriese Nvidia setzt auf externes Know-how, um eine strategische Lücke zu schließen. Beim Training von KI-Modellen gilt das Unternehmen als unangefochten, doch beim Betrieb trainierter Systeme bestand Nachholbedarf. Hier kommt Groq ins Spiel: Das 2016 von ehemaligen Entwicklern der Google Tensor Processing Unit gegründete Unternehmen hat eine Language Processing Architektur entwickelt, deren Chips bei Inferenz-Aufgaben bis zu zehnfach schneller arbeiten als konventionelle Grafikprozessoren. Inferenz bezeichnet sämtliche Rechenprozesse, die ablaufen, wenn Anwender ein trainiertes KI-Modell nutzen, etwa für Abfragen, Prognosen oder Datenanalysen. Branchenexperten rechnen damit, dass dieser Bereich künftig den größten Bedarf an Rechenkapazität erzeugen wird.
Der am Mittwoch unterzeichnete Lizenzvertrag umfasst rund 20 Milliarden Dollar und gilt als größte Transaktion in Nvidias Unternehmensgeschichte. Groq-Gründer und CEO Jonathan Ross wechselt gemeinsam mit weiteren Teammitgliedern zum Käufer. Beide Seiten betonen, dass die Vereinbarung nicht-exklusiv sei und die Marke Groq eigenständig fortbestehe. In einer internen Mitteilung an die Belegschaft kündigte Nvidia-CEO Jensen Huang laut CNBC an, die Groq-Technologie in die eigene Werksarchitektur zu integrieren, um „eine noch breitere Palette an KI-Inferenz- und Realtime-Workloads" abdecken zu können.
Der Konzern verfügt über die nötigen Reserven für Akquisitionen dieser Größenordnung. Ende Oktober bezifferte CNBC die liquiden Mittel inklusive kurzfristiger Anlagen auf 60,6 Milliarden Dollar. Anfang 2023 lag dieser Wert noch bei 13,3 Milliarden Dollar.




