OpenAI setzt auf Firmenkunden, ohne operative Chefin

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July 15, 2026
17.07.2026
2 Minuten Lesezeit

Während OpenAI mit einem eigenständig arbeitenden Assistenten den Unternehmensmarkt angeht, verliert der Konzern die Managerin, die genau dieses Geschäft verantworten sollte.

Der Assistent, der stundenlang durchhält

Im Zentrum des jüngsten Auftritts steht ein Werkzeug namens ChatGPT Work. Anders als der bekannte Chatbot soll es nicht auf Zuruf antworten, sondern verwickelte Aufträge über lange Strecken allein zu Ende bringen, sei es beim Verfassen von Berichten, beim Rechnen in Tabellen, beim Bauen von Foliensätzen oder beim Zusammensetzen kleiner Webprogramme. Darunter arbeitet die Modellgeneration GPT-5.6, deren Freigabe zeitweise am Widerstand der US-Regierung hing. Künftig sollen außerdem der Textassistent und das Entwicklerwerkzeug Codex unter einem Dach zusammenwachsen. Wer damit bereits arbeitet, nennt OpenAI selbst: der Softwareanbieter Zapier, die Airline Virgin Atlantic und der Chiphersteller Nvidia.

Eine Lücke an der Spitze

Ausgerechnet in dieser Phase fehlt dem Haus die Frau, die den Bereich hätte steuern sollen. Fidji Simo, vor rund einem Jahr von der Einkaufsplattform Instacart und zuvor von Facebook gekommen, hatte den Auftrag, das laufende Geschäft zu führen und Sam Altman Luft für strategische Fragen zu verschaffen. Seit dem Frühjahr fehlt sie krankheitsbedingt. Eine Immunerkrankung, die sie seit Jahren begleitet, hatte sich zugespitzt; ihre Erholung, so ihre Schilderung im Netz, brauche mehr Zeit und Aufmerksamkeit als gedacht. Ihre Rolle gibt die 40-Jährige nun ab und wechselt in eine beratende Position. Überrascht war davon kaum jemand, zumal Vertriebschefin Denise Dresser in der Zwischenzeit Verantwortung übernommen und im Geschäft mit Unternehmen Boden gutgemacht hatte.

Zwei Anbieter, zwei Lager, zwei Börsengänge

Der Zeitpunkt der Produktoffensive kommt nicht von ungefähr. Im Ringen um die leistungsfähigsten Systeme steht OpenAI in direkter Konkurrenz zu Anthropic, wobei beide auf einen mächtigen Partner bauen: hier Microsoft, dort Amazon. Besonders hart umkämpft ist das Segment für Entwickler, in dem der Rivale mit Claude Cowork antritt. Hinzu kommt der Kapitalmarkt: Beide Unternehmen haben ihre Erstnotiz bereits vertraulich vorbereitet. Anthropic dürfte noch in diesem Herbst antreten, OpenAI wird für das kommende Jahr gehandelt.

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