Nur Monate nach dem Einhorn-Status steht das Berliner KI-Start-up vor der nächsten Finanzierungsrunde.
Die Gespräche laufen bereits. Parloa verhandelt über eine neue Finanzierungsrunde im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Die Bewertung soll sich dabei nahezu verdreifachen und bei 2,8 Milliarden Dollar landen. Bestandsinvestor General Catalyst will laut Insidern erneut mitziehen. Weder Parloa noch die Geldgeber wollten Stellung beziehen.
Im Mai 2025 hatte das Unternehmen erstmals die Milliardenschwelle geknackt. Damals flossen 120 Millionen Dollar von Altimeter Capital, General Catalyst und Durable. Schon früh setzten bekannte Köpfe auf Parloa: Databricks-Manager Jonathan Frankle, LinkedIn-Mitgründer Reid Hoffman, die Celonis-Gründer Bastian Nominacher und Alexander Rinke, Personio-Chef Hanno Renner sowie die Ex-Fußballer Mario Götze und Bastian Schweinsteiger.
Malte Kosub und Stefan Ostwald gründeten Parloa 2018 in Berlin. Das Unternehmen entwickelt eine Plattform, über die KI-basierte Telefonassistenten Kundenanfragen bearbeiten. Diese AI Agents greifen auf frühere Gespräche zurück und können Bestellungen oder Lagerbestände prüfen. Technologisch arbeitet Parloa eng mit OpenAI zusammen und nutzt Sprachmodelle wie ChatGPT als Basis.
Über 350 Beschäftigte erwirtschaften mittlerweile einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von 50 Millionen Dollar. Der Großteil des Neugeschäfts kommt aus Nordamerika. Neben dem Berliner Hauptsitz gibt es Standorte in München und New York. Zu den Referenzkunden zählen Decathlon, Generali, Swiss Life und Tui.
Die Branche zieht erhebliches Investoreninteresse an. 2024 übernahm der US-Softwarekonzern Nice den Düsseldorfer Wettbewerber Cognigy für fast eine Milliarde Dollar. Parloa gehörte vergangenes Jahr neben Quantum Systems, N8N, Black Forest Labs und IQM zu den fünf deutschen Start-ups, die erstmals eine Milliardenbewertung erreichten.




