Das neue OECD Side-by-Side Package ergänzt die globalen Mindeststeuerregeln und soll Doppelbesteuerung verhindern, doch die Komplexität bleibt.
Das Inclusive Framework von OECD und G20 hat ein Ergänzungspaket zu den internationalen Pillar-Two-Regeln veröffentlicht. Ziel ist es, die parallele Anwendung verschiedener Mindeststeuersysteme praktikabler zu gestalten. Neue Safe Harbours, vereinfachte Strukturen und präzisere Klarstellungen sollen den Compliance-Aufwand reduzieren, ohne die Grundprinzipien der globalen Mindeststeuer zu verändern. Zwei neue Regelungen treten ab dem 1. Januar 2026 in Kraft. Der Side-by-Side Safe Harbour richtet sich an Konzerne, deren oberste Muttergesellschaft in einem Staat mit anerkanntem Mindeststeuersystem ansässig ist. Unter bestimmten Voraussetzungen können diese auf die Primär- und Sekundärergänzungssteuer verzichten. Die nationale Ergänzungssteuer bleibt davon unberührt. Derzeit führt die OECD nur die USA als qualifizierten Staat. Der UPE Safe Harbour knüpft an den Ende 2025 ausgelaufenen Transitional UTPR Safe Harbour an und ermöglicht eine Befreiung von der Sekundärergänzungssteuer für den Ansässigkeitsstaat der obersten Muttergesellschaft.
Der Simplified ETR Safe Harbour erlaubt eine vereinfachte Ermittlung des effektiven Steuersatzes auf Basis von Buchhaltungsdaten des Konzernabschlusses. Der Safe Harbour gilt als erfüllt, wenn der ermittelte Steuersatz mindestens 15 Prozent beträgt. Die Regelung ist dauerhaft angelegt und soll ab Geschäftsjahren greifen, die am oder nach dem 31. Dezember 2026 beginnen. Gleichzeitig wird der temporäre CbCR Safe Harbour um ein Jahr verlängert, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Der Substance based Tax Incentive Safe Harbour stellt sicher, dass nationale Steueranreize mit echter wirtschaftlicher Substanz die Ergänzungssteuer nicht erhöhen. Dazu zählen etwa Zulagen für Forschungs- und Entwicklungskosten. Unternehmen erhalten damit Planungssicherheit für substanzbasierte Investitionen.
Trotz der Vereinfachungen bleibt Pillar Two komplex. Unternehmensgruppen sollten frühzeitig prüfen, welche Regelungen für sie anwendbar sind. Zudem bleibt abzuwarten, wie nationale Gesetzgeber die neuen Vorgaben umsetzen.




