Eine Umfrage von Hamilton Lane unter 390 Vermögensberatern zeigt: 86 Prozent wollen ihre Private Markets Allokationen im laufenden Jahr erhöhen. Treiber sind Portfolio Optimierung, Wettbewerbspositionierung und Kundennachfrage, während Marktvolatilität als Argument vergleichsweise nachrangig bleibt.
Für 2026 planen 47 Prozent der Befragten höhere Allokationen in Venture Capital und Growth, der höchste Wert über alle Strategien. Infrastruktur folgt mit 46 Prozent, Private Equity liegt bei 44 Prozent und Private Real Estate bei 43 Prozent. Private Credit steht mit 36 Prozent am unteren Ende, gleichzeitig wollen 37 Prozent ihre Quote dort reduzieren, ein Hinweis auf selektiveres Risikomanagement und Liquiditätspräferenzen. Als Motive für die Erhöhung nennen Berater vor allem Portfolio Optimierung mit 59 Prozent, gefolgt von Wettbewerbspositionierung mit 48 Prozent, Kundennachfrage mit 46 Prozent und Produktverfügbarkeit mit 45 Prozent.
55 Prozent der Vermögensberater berichten, dass Millennials im Alter von 30 bis 45 Jahren das größte Interesse an Private Markets zeigen. Bei Generation X fällt das Interesse geringer aus, bei Baby Boomern und der Silent Generation ist es am niedrigsten, während Generation Z derzeit noch eine Nebenrolle spielt. Für Anbieter und Berater bedeutet das, dass Produktstory, Mindesthaltehorizont und Liquiditätskommunikation je Kundensegment unterschiedlich greifen müssen. Wachstum entsteht damit nicht nur über Produkte, sondern über Beratungssystematik und Education.
Für Kunden sind Performance und Diversifikation mit jeweils 28 Prozent die wichtigsten Gründe, in Private Markets zu investieren, gefolgt vom Zugang zu exklusiven Anlagen mit 25 Prozent. 83 Prozent der Kunden bewerten das Risiko Rendite Verhältnis von Private Markets als gleich hoch oder niedriger als bei öffentlichen Märkten, nur 17 Prozent sehen ein höheres Risiko. 53 Prozent ordnen Risiko und Rendite als ähnlich ein, 30 Prozent sehen Private Markets als renditestärker. Sebastian Schu von Hamilton Lane spricht von einer Prioritätenverschiebung hin zu widerstandsfähigeren Portfolios und einer differenzierteren Risiko Ertrags Abwägung.
81 Prozent der Vermögensberater berichten, dass Wissensvermittlung über Private Markets das Kundeninteresse deutlich steigert, 58 Prozent sehen einen signifikanten Anstieg. Die größten Wissenslücken betreffen Produkte wie Evergreen Fonds mit 61 Prozent sowie Liquiditätsbeschränkungen mit 56 Prozent. Weitere Lücken liegen bei Trends in Bereichen wie Private Equity oder Infrastruktur mit 44 Prozent und beim Verständnis der zugrunde liegenden Deals mit 43 Prozent. Education wird damit zu einem zentralen Prozessbaustein, um Erwartungen, Illiquidität und Cashflow Profile sauber zu verankern.
Viele Berater berichten, dass Private Markets Zugang die Reputation als zukunftsorientierter Berater stärkt und proaktive Anlagealternativen ermöglicht. Zudem unterstützen Private Markets Investments den Aufbau diversifizierter Portfolios, die stärker auf langfristige Ziele zugeschnitten sind. Die Umfrage wurde zwischen Oktober und November 2025 durchgeführt und umfasst Berater aus mehreren Regionen und Firmengrößen. Damit liefert sie ein breites Stimmungsbild, das die Professionalisierung des Private Markets Angebots im Wealth Segment weiter beschleunigt.




