Privatmärkte als neuer Stabilitätsanker

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January 22, 2026
23.01.2026
3 Minuten Lesezeit

Privatmärkte verändern zunehmend, wie Infrastrukturfinanziert, Unternehmenswachstum ermöglicht und Portfolios diversifiziert werden. Für Anleger rücken sie vom Nischenbaustein ins strategische Zentrum.

Kapital wandert weg von den Börsen

Seit Jahren nimmt die Zahl der Börsengänge und großen M&A-Transaktionen ab, während Unternehmen länger in privater Hand bleiben. In der Folge gewinnen Private Credit und Secondaries an Bedeutung, sowohl als Finanzierungsquelle für Unternehmen als auch als Instrument für Liquiditätsmanagement auf Investorenseite. Gerade in volatilen Marktphasenzeigt sich, dass private Kreditmärkte schneller reagieren können als klassische Bankfinanzierungen.

Neue Anlegergruppen verändern die Struktur

Was früher institutionellen Investoren vorbehalten war, öffnet sich zunehmend für Wealth-Investoren und langfristige Sparer. Semi-liquide Strukturen wie Evergreen-Fonds und ELTIFs senken Markteintrittsbarrieren und verändern die Erwartungshaltung an Liquidität. Regulatorische Anpassungen und bessere Datenverfügbarkeit tragen dazu bei, dass Privatmärkte stärker in ganzheitliche Portfolioansätze integriert werden.

Infrastruktur, Private Credit und Equity rücken zusammen

Megatrends wie Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Energiewende und demografischer Wandel treiben den Kapitalbedarf in Infrastrukturprojekten massiv nach oben. Rechenzentren, Energieerzeugung und Netzinfrastruktur entwickeln sich zu generationenübergreifenden Anlagefeldern. Parallel wächst im Private-Credit-Segment vor allem das High-Grade-Umfeld, während Secondaries im Private-Equity-Bereich zunehmend zur Steuerung von Liquidität und Risiken genutzt werden.

Immobilien und Secondaries im neuen Zyklus

Auch Immobilienmärkte befinden sich in einer Neuordnung. Wohn- und Industrieimmobilien sowie Spezialsegmente wie Rechenzentren oder Life-Sciences-Objekte gewinnen an Bedeutung, während klassische Büroimmobilien an Relevanz verlieren. Gleichzeitig entwickelt sich der Secondaries-Markt zu einem festen Bestandteil moderner Portfoliosteuerung, insbesondere für Investoren mit wachsendem Liquiditätsbedarf.

Vom Gegensatz zum Kontinuum

Mit zunehmender Transparenz und besseren Bewertungsmodellen verschwimmt die Grenze zwischen öffentlichen und privaten Märkten. Statt Gegensätzen entsteht ein integriertes Anlagekontinuum, in dem private undbörsliche Vermögenswerte gemeinsam zur Stabilisierung und Diversifikation vonPortfolios beitragen. Entscheidend ist dabei weniger der Zugang als dasVerständnis für unterschiedliche Risiko-, Liquiditäts- und Renditeprofile.

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