86 Prozent der US-Finanzchefs sehen in KI-Kompetenzen mehr Wert als in einem MBA. Eine PwC-Umfrage zeigt, wie stark sich Gehaltslogik und Ausbildungswege im Finanzsektor gerade verschieben.
Eine am 3. August veröffentlichte PwC-Umfrage unter mehr als 1.000 US-Finanzdienstleistungsmanagern zeigt einen deutlichen Bruch mit klassischen Karrierepfaden: Fast 90 Prozent der Befragten sehen in KI-Schulungen für viele Junior-Positionen einen höheren Mehrwert als in einem MBA. Entsprechend planen 91 Prozent der Führungskräfte, Mitarbeitende mit KI-Kompetenzen höher zu vergüten. Peter Pollini, der bei PwC den Bereich Financial Services verantwortet, bringt die Nachfrage auf den Punkt: Gesucht seien nicht nur Mitarbeitende, die verstehen, was ein Agent ist, sondern die auch wissen, wie man ihn baut und steuert, gefragt sei die Fähigkeit, identifizierte KI-Anwendungsfälle tatsächlich umzusetzen.
Der Zeitpunkt der Umfrage ist kein Zufall: Ein MBA kostet inzwischen fast 300.000 US-Dollar, während Business Schools wie Harvard, Wharton und MIT zunehmend kürzere, KI-fokussierte Executive-Zertifikate anbieten, berufsbegleitend und in wenigen Tagen absolvierbar. Ein entsprechendes MIT-Zertifikat schlägt mit rund 13.000 US-Dollar bei fünf Tagen Dauer zu Buche, ein Bruchteil von Zeit und Kosten eines klassischen MBA. Angesichts der Bereitschaft der Arbeitgeber, praktische KI-Fähigkeiten zu vergüten, wird das finanzielle Risiko eines solchen Zertifikats für viele leichter zu rechtfertigen.
Der Trend zeigt sich auch im Recruiting: IBM, Shopify und Cloudflare bauen ihre Einstiegspositionen aus, in der Erwartung, dass Berufseinsteiger mit KI-Kompetenzen produktiver sind als länger im Unternehmen befindliche Mitarbeitende. Für angehende Finanzprofis heißt das: Der Abschluss bleibt relevant, entscheidender wird jedoch zunehmend der nachweisbare praktische Umgang mit KI.




