Die US-Kanzlei wildert bei White & Case, Goodwin, Weil und anderen. Der neue Standort ist bereits der vierte in 14 Monaten.
Reed Smith macht keine Pause. Nach Atlanta, Denver und Riad folgt nun Boston. In gut einem Jahr hat die Kanzlei vier neue Büros aufgemacht. Diesmal plünderte sie gleich sechs Wettbewerber: K&L Gates, White & Case, Goodwin Procter, Morrison Foerster, McDermott Will & Schulte und Weil mussten Partner ziehen lassen. Das neue Büro geht mit zwölf Anwälten an den Start, darunter sechs Partner. Kevin Sullivan, früher Co-Chef der Private-Equity-Praxis bei Weil, kommt als strategischer Berater. Weitere Zugänge sollen in den kommenden Wochen folgen. Die Kanzlei hat es eilig.
Der Fokus liegt auf Transaktionen. Reed Smith will sein Geschäft mit Private Equity, M&A, Finanzierungen und Fondsstrukturen ausbauen. Boston bietet dafür das passende Umfeld: Die Stadt gilt als Hotspot für Beteiligungskapital, Banken und Life Sciences. Casey Ryan, globaler Managing Partner, spricht von einer direkten Reaktion auf Mandantenwünsche. Omar Hemady und Claudette Druehl wechseln von White & Case und beraten bei Fondsstrukturen und Private Credit. Druehl steigt mit dem Wechsel zur Partnerin auf. Matthew Hacker von Goodwin bringt M&A-Erfahrung in den Sektoren Healthcare und Technologie mit. Ian Hohmeister von Morrison Foerster kennt sich mit komplexen Finanzierungen für Banken und Fintechs aus. Grant Butler von K&L Gates fokussiert auf Finanzregulierung. Jim Nicholas von McDermott deckt arbeitsrechtliche Fragen bei Transaktionen ab.
Neben den Partnern kommen fünf Associates von White & Case, K&L Gates, Morrison Foerster und Kirkland & Ellis. Julie Hardin, Managing Partner für Amerika, kündigt weitere Pläne an. Das Team bringe tiefe Wurzeln in der Region mit. Reed Smith ist nicht allein. Freshfields, Simpson Thacher, Blank Rome, Covington, Arnold & Porter, Paul Hastings und Akin haben in den vergangenen Jahren ebenfalls Büros in der Stadt eröffnet. Der Boom in Tech und Life Sciences lockt, der Finanzsektor wächst. Die Offensive zahlt sich aus. Reed Smith hat zuletzt massiv in Private-Equity-Anwälte investiert und kletterte in den Ranglisten nach oben. Im vierten Quartal 2025 landete die Kanzlei auf Platz 23 der Private-Equity-Rankings von The Deal, 18 Positionen höher als im Vorjahr. Kevin Sullivan will daran anknüpfen und die Praxis weiter ausbauen.




